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Im Zinstief sind Lebensversicherungen gefragt

Lebensversicherungen boomen, weil das Geld dort mehr Ertrag bringt als auf der Bank. Doch die Rendite dürfte weiter sinken.

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Ehepaar in einem Beratungsgespräch mit einem Finanzberater.

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Berlin (dpa). Auf der Suche nach sicheren Finanzanlagen stecken die Deutschen immer mehr Geld in Lebensversicherungen. Die Beiträge wuchsen im vergangenen Jahr überraschend stark um 11,3 Prozent auf 102 Milliarden Euro, wie der Branchenverband GDV am Mittwoch mitteilte. Dabei waren besonders Versicherungen begehrt, für die der Kunde nur einmalig einen Beitrag zahlt. Verbandspräsident Wolfgang Weiler sprach von einem Vertrauensbeweis. „Lebensversicherer bieten sicherere, wenn auch gegenüber früher niedrigere Erträge.“ Und die Kunden müssen sich darauf einstellen, dass die Rendite weiter sinkt.

Garantiezins soll 2021 auf 0,5 Prozent sinken

Anfang 2021 werde sich der Garantiezins ändern, sagte Andreas Wimmer, der Altersvorsorge-Experte des Verbands und Lebensversicherungschef bei der Allianz. Dem Bundesfinanzministerium liegt der Vorschlag von Versicherungsmathematikern auf dem Tisch, bei Neuverträgen den Garantiezins von 0,9 auf 0,5 Prozent zu senken. Hinzu kommt eine Überschussbeteiligung, über die die Versicherer selbst entscheiden. Zusammen ergibt das die laufende Verzinsung.

Sie liegt nach Wimmers Angaben 2020 im Branchendurchschnitt bei 2,3 Prozent. Die Gesamtverzinsung inklusive Schlussleistungen zum Ende eines Vertrags werde voraussichtlich 2,8 bis 3 Prozent betragen. Zum Vergleich: Vor etwa zehn Jahren konnten Kunden noch mit rund 5 Prozent rechnen.

Einnahmen steigen auch bei anderen Versicherungen

Auch in der Schaden- und Unfall- sowie der Privaten Krankenversicherung stiegen die Beitragseinnahmen. Insgesamt stand unterm Strich die Rekordsumme von 216 Milliarden Euro, rund 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Weiler sprach von einem ausgesprochen zufriedenstellenden Jahr. „Das ist allerdings kein Grund für Euphorie, denn das Marktumfeld bleibt wegen der niedrigen Zinsen extrem herausfordernd.“ Weil die Konjunktur schwächer geworden sei und die Zinsen niedrig blieben, erwarte der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), dass die Beiträge in diesem Jahr insgesamt noch um 1,5 bis 2 Prozent wachsen werden.

Versicherer mahnen EZB zur Abkehr von der Niedrigzinspolitik

Angesichts der niedrigen Zinsen riefen die Versicherer die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, zu einer Trendwende auf. Die Gefahren der Niedrigzinspolitik seien längst größer als die Vorteile, sagte Weiler. Staaten, Haushalte und Unternehmen hätten sich in Rekordhöhe verschuldet. Kapitalanlagen mit stabilem und planbarem Ertrag würden konterkariert.

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www.gdv.de/pressemitteilungen
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