Berlin (bpb). Mehr als die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) glauben, dass die gesetzliche Rente kaum ausreichen wird, um ihren gewohnten Lebensstil auch im Ruhestand zu sichern. Gleichzeitig investieren jedoch nur 43 Prozent in Finanzprodukte. Das zeigt eine aktuelle Studie der Investmentplattform Mintos, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Sapio Research. Kurz vor dem Weltspartag am 31. Oktober verdeutlichen die Ergebnisse einige der zentralen Hürden bei der privaten Altersvorsorge, darunter fehlende Mittel und die Angst vor Verlusten, wie die Studienherausgeber erklären.
26 Prozent fürchten Verluste
Unter den Befragten, die derzeit nicht investieren, geben 39 Prozent an, dass ihnen dafür schlicht das Geld fehlt. Weitere 36 Prozent benötigen ihre finanziellen Mittel für laufende Ausgaben oder bevorstehende Anschaffungen. Für 26 Prozent ist die Angst vor Verlusten ein entscheidendes Hindernis. „Wenn es um Vermögensaufbau geht, sprechen wir oft über Anlagestrategien und Renditen. Dabei gerät aus dem Blick, dass viele Menschen kaum finanziellen Spielraum haben“, sagt Martins Sulte, CEO der Investmentplattform Mintos, die die Studie in Auftrag gegeben hat. „Für sie muss finanzielle Vorsorge vor allem verständlich und auch mit kleinen Beiträgen möglich sein.“ Zusätzlich belasten wirtschaftliche Unsicherheiten die Befragten: 39 Prozent nennen Inflation als finanziellen Unsicherheitsfaktor, 37 Prozent geopolitische Konflikte und 32 Prozent eine mögliche Rezession.
ETFs liegen bei Anlegern vorn
Unter den bereits Investierenden sind ETFs mit 48 Prozent die am häufigsten genutzte Anlageform, knapp vor Einzelaktien mit 47 Prozent. 80 Prozent der Anlegerinnen und Anleger investieren regelmäßig, mehr als die Hälfte nach einem festen Zeitplan. Viele setzen damit auf einen kontinuierlichen Vermögensaufbau. Dabei erfüllen Rücklagen und Investments unterschiedliche Zwecke: Während kurzfristig benötigtes Geld möglichst sicher und verfügbar bleiben sollte, bieten breit gestreute Anlagen wie ETFs langfristige Renditechancen, bergen jedoch auch Verlustrisiken.
Private Altersvorsorge: Vertrauen ist entscheidend
Die Debatte über die Reform der privaten Altersvorsorge verleiht den Studienergebnissen zusätzliche Aktualität. Mit Initiativen wie der Frühstart-Rente will die Politik den langfristigen Vermögensaufbau fördern. Wie erfolgreich solche Maßnahmen sein werden, dürfte auch davon abhängen, ob die Menschen den angebotenen Anlagemöglichkeiten vertrauen. Das spiegelt sich in den Erwartungen der Befragten wider: 42 Prozent legen besonderen Wert auf niedrige und transparente Gebühren. Für 46 Prozent Umfrageteilnehmer gehören Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit und Anlegerschutz zu den wichtigsten Kriterien bei der Wahl eines Investmentanbieters.
