Berlin (sth). Die Lebensversicherungen in Deutschland verzeichnen immer weniger Neuabschlüsse von Riester-Rentenversicherungen. Nach einem Bericht des Branchenportals “Versicherungsjournal” fiel der Riester-Neuzugang der Versicherer im vergangenen Jahr “mit 30.400 eingelösten Versicherungsscheinen auf einen neuen absoluten Tiefststand”. Der Bestand an Riester-Renten verminderte sich demnach “so stark wie noch nie” – um mehr als eine halbe Million auf unter 9,7 Millionen Stück.
Die gut 30.000 neuen Riester-Rentenversicherungen entsprechen dem Bericht zufolge einem “Minus von über einem Viertel” im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2021 seien es letztmals mehr als 300.000 gewesen, im Jahr 2012 noch mehr als 600.000. Der Gesamtbestand an Riester-Renten reduzierte sich demnach um 3,5 Prozent auf 9,66 Millionen Verträge. “Dies war die mit Abstand höchste Verminderungsrate in den letzten zehn, allesamt rückläufigen Jahren”, heißt es in dem Bericht. Der Höchststand wurde demnach 2014 mit fast 10,85 Millionen Stück erreicht.
Die beschleunigte Bestandserosion hängt laut “Versicherungsjournal” einerseits damit zusammen, dass sich durch den zwischenzeitlich auf 0,25 abgesenkten Höchstrechnungszins viele Akteure aus dem Riester-Neugeschäft zurückgezogen hätten. Auch seien geplante Reformen politisch nicht umgesetzt worden. “Andererseits gelangen immer mehr Verträge in die Auszahlungsphase”, heißt es. Unter Berufung auf die zweite "Riester-Auszahlungsstatistik“ des Bundesfinanzministeriums schreibt das Portal, Ende 2023 hätten sich fast 1,2 Millionen Riester-Verträge in der Auszahlungsphase befunden.
