Ihre-Vorsorge Logo

Aktienkauf: Kosten machen den Unterschied

Ausgabeaufschlag, Ordergebühr & Co: Welche Kosten bei welchem Aktienkauf anfallen und wie sehr sie die Rendite beeinflussen.

Artikel vorlesen

Autor / Quelle

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlicht

Frau steht mit Aktienzeitung vor Tisch mit Bulle und Bär. Bild: IMAGO / allOver-MEV / imago stock&people

© Nicht definiert

Welche Kosten fallen beim Aktienkauf an?

Kosten entstehen zunächst durch den Kauf von Aktienfonds. Hier können Orderkosten, Bankprovisionen und Börsenplatzgebühren anfallen.

Tipp: Gebühren sparen mit Online-Brokern

Online-Broker bieten meist eine kostenlose Depotführung und auch insgesamt teils deutlich geringere Gebühren als eine klassische Hausbank. Der kostenpflichtige Gebührenvergleich der Stiftung Warentest gibt einen guten Überblick.

Ordergebühren beginnen meist um die zehn Euro, Immer wieder bieten Banken auch kostenlose Aktionen für ausgewählte Fonds. Etwas sparen lässt sich auch durch die Wahl des Börsenplatzes oder außerbörslichen Handel, bei dem keine Börsenplatz- und Maklergebühren anfallen.

Bei Sparplänen werden Ordergebühren pro Sparrate fällig. Bei Comdirect oder Consors beispielsweise sind dies 1,5 Prozent, bei der DKB Bank 1,50 Euro fix pro Rate. In letzterem Fall wäre es aus Kostengründen günstiger, statt jeden Monat 50 Euro alle drei Monate 150 Euro einzuzahlen. Wer nur geringe Sparraten leistet, kommt eventuell auf hohe prozentuale Kosten. Bei 1,50 Euro auf 25 Euro Monatsrate etwa sind dies 6 Prozent, welche die Rendite kräftig schmälern.

Ausgabeaufschläge sind oft ein gewichtiger Kostenfaktor. Sie fallen bei vielen gemanagten Fonds auf jeden Erwerb von Fondsanteilen an und sollen die Vertriebskosten, etwa für Anlageberater der Bank oder sonstige Vermittler, decken. Ihre Höhe liegt bei Aktienfonds meist um die 5 Prozent der Anlagesumme, die direkt vom investierten Betrag abgezogen werden.

So wirkt sich der Ausgabeaufschlag aus

Wer monatlich 100 Euro in einen Fonds ohne Ausgabeaufschlag einzahlt, erhält bei einer jährlichen Durchschnittsrendite von 6 Prozent nach 15 Jahren 28.839 Euro. Bei einem fünfprozentigen Ausgabeaufschlag reduziert sich die Summe um knapp 1.500 Euro auf 27.397 Euro.
None
Tipp: kein Ausgabeausschlag bei ETF

Wenn Sie sich nicht für einen Fonds ohne Ausgabeaufschlag entscheiden können, hal Sie nach Rabatten Ausschau. Solche Nachlässe bieten vor allem Online-Vermittler an.

Günstig fahren Sie in jedem Fall mit einem Indexfonds (ETF). Bei diesen passiven Fonds auf unterschiedliche Aktienindizes fällt kein Ausgabeaufschlag an.

Kosten für Depotführung und Managementgebühren

Voraussetzung für jegliches Engagement am Aktienmarkt ist ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Die Depotführung ist bei Online-Brokern meist kostenlos. Das Halten von Fondsanteilen indes kostet immer Geld. Die jährlichen Managementgebühren variieren aber stark und können zwischen 0,05 und drei Prozent des Anlagebetrags ausmachen.

Aktiv gemanagte Fonds verursachen oft hohe Kosten, fast immer über 1 Prozent. Passive Indexfonds (ETFs) sind fast immer günstiger.

Sehr niedrige Kosten haben zum Beispiel DAX-ETFs. Je internationaler und exotischer die Indizes, desto höher werden aber auch die ETF-Kosten. Diese können dann 0,6 Prozent und mehr erreichen.

Welchen Unterschied die laufenden Kosten für die Rendite machen, zeigt ein Beispiel des Portals Justetf.com. Verglichen wurden zwei Fonds auf den Aktienindex S&P 500, in die 2010 jeweils 10.000 Euro eingezahlt wurden – ein ETF mit 0,07 Prozent Kosten im Jahr und ein fiktiver gemanagter Fonds mit 1,5 Prozent Kosten. Bereits nach neun Jahren hatte ersterer bei gleicher Entwicklung rund 3.800 Euro mehr erwirtschaftet.

Performance Fees

Gemanagte Fonds erheben teilweise zusätzlich so genannte Performance Fees. Werden bestimmte im Verkaufsprospekt formulierte Ziele erreicht oder überschritten, wird ein zusätzlicher Aufschlag fällig. Deutsche und europäische Finanzaufsicht haben die Möglichkeiten der Anbieter hierzu in den vergangenen Jahren aber stark eingeschränkt.

Kosten erkennen und vergleichen

Zum besseren Vergleich der Kosten einzelner Fonds wurden Kennziffern entwickelt. Die so genannte Total Expense Ratio (TER), die seit 2004 hierzulande verpflichtend anzugeben ist, beinhaltet etwa Kosten für Portfoliomanagement, Geschäftsführung, Wirtschaftsprüfung und sonstige Betriebskosten eines Fonds und soll die Angebote besser vergleichbar machen.

Durchschnittliche Total Expense Ratio (TER)

  • Mischfonds 1,49 %
  • klassische Aktienfonds 1,47 %
  • Immobilienfonds 0,95 %
  • Rentenfonds 0,62 %
  • Geldmarktfonds 0,08 %
Quelle: BVI/Morningstar Stichtag 30.11.2020

Die Angaben finden sich zu jedem einzelnen Fonds im Wertpapierprospekt und im Internet.

Transaktionskosten für Umschichtungen oder Performance Fees etwa sind in der TER aber nicht enthalten. Die tatsächlichen Kosten können daher etwas höher liegen als in der TER ausgewiesenen.

Eine interessante Kennzahl ist die aus den USA stammende Portfolio Turnover Rate (PTR). Sie gibt an, wie aktiv der Fonds handelt und ist damit ein Kostenindikator. Bei einer PTR von 100 Prozent wurde das Portfolio innerhalb eines Jahres einmal komplett umgeschlagen.

Hierzulande wurde im Zuge einer einheitlichen europäischen Fondsgesetzgebung (Link3) die neue Kennzahl OGC (Ongoing Charges) eingeführt, die der TER sehr ähnelt, aber zum Beispiel bei Dachfonds auch die Kosten der Zielfonds umfasst.

Da TER und OGC keine hundertprozentige Vergleichbarkeit der Kosten bieten, gibt es weitere Ansätze, etwa die Kennzahl „Representative Cost“ des US-Analyseunternehmens Morningstar.

Detaillierte Kosteninformationen finden sich im Key Investor Information Document (KIID), das es zu jedem einzelnen Fondsprodukt gibt. Finden sich Fonds bereits im Depot, lassen sich deren tatsächliche Kosten auch aus der „Ex-post-Kosteninformation“ ersehen, die Anleger seit 2019 von ihren Banken und Fondsgesellschaften für das abgelaufene Jahr erhalten müssen.

Keine Rendite verschenken

Keine Rendite verschenken Natürlich kann ein Fonds mit höheren Kosten im Einzelfall profitabler sein als ein anderer mit niedrigeren Kosten. Studien zeigen allerdings, dass dies in der Regel nicht so ist Vielmehr können überhöhte Kosten schnell zum Renditekiller werden. Wie sich die Aktienmärkte entwickeln kann niemand vorhersehen. Die Kosten des Altersvorsorgeportfolios dagegen stehen meist von Anfang an fest. Gut also, wenn sie so niedrig wie möglich sind.

Welche Kosten bei Fonds und ETFs anfallen

KostenFondsETF
Ausgabeaufschlag
Aktienfonds 0-6 %,
Mischfonds 0-6 %,
Rentenfonds 0-3 %
keiner
Managementkosten
Aktienfonds 1-3 % (Ø 1,5 %),
Rentenfonds Ø 0,8 %,
Geldmarktfonds Ø 0,5 %
jährlich
0,05-1 % (Ø 0,3 %) jährlich
Performance Fee
5-20 % des Gewinnskeine
Transaktionskosten
Abhängig von Bank und Volumen: bei Online-Banken ab ca. 10 Euro.Abhängig von Bank und Volumen: bei Online-Banken ab ca. 10 Euro.
Depotgebühren
Bei Online-Banken ab 0 EuroBei Online-Banken ab 0 Euro

Weitere Artikel

Time
10 Minuten

Nachhaltige Fonds und ETFs waren erst ein Verkaufsschlager, dann out. Jetzt kommen sie zurück. Was in ihnen wirklich steckt, welche Rolle neue EU-Regeln spielen und wie Sie Fonds finden, die zu Ihrem Wertekanon passen.

Time
6 Minuten

Die meisten beschäftigen sich frühestens mit einer BU, wenn sie den ersten Job haben. Doch gerade kurz vor dem Ende der Schulzeit kann der Versicherungsstart erhebliche langfristige Vorteile bieten.

Time
5 Minuten

Rauchen, BMI über 35 und gerne in den Bergen klettern? Dann kann es teuer werden mit der Absicherung vor Berufsunfähigkeit. Denn die Beiträge werden individuell berechnet.

Time
8 Minuten

Falls plötzlich weniger Geld zur Verfügung steht, möchten viele bei Versicherungen und Altersvorsorge sparen. Doch Vorsicht: Es drohen Lücken bei Absicherung und im Risikoschutz, die man vermeiden kann.

Time
5 Minuten

Die gute Nachricht zuerst: Eine Ablehnung muss nicht das letzte Wort sein. Alles über Rechte, Optionen und Strategien, um doch noch eine Leistung zu erhalten.

Time
8 Minuten

Eine Trennung verändert nicht nur das persönliche Leben, sondern auch die rechtlichen und finanziellen Grundlagen der Vorsorge. Wer seine Absicherung in dieser Phase nicht anpasst, riskiert im Ernstfall teure Fehler.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026