Kostenfallen bei der privaten Rentenversicherung
Welche Kosten entstehen bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung?
- Abschluss- und Vertriebskosten: Der Vermittler Ihrer Versicherung kassiert eine Maklergebühr, die Courtage. Auch die Versicherungsgesellschaft selbst berechnet den Aufwand für den Vertrieb der Versicherungen sowie das Marketing mit den Vertriebskosten.
- Verwaltungskosten: Die Versicherungsgesellschaft betreut und verwaltet Ihre Versicherung. Dafür verlangt sie über die gesamte Vertragslaufzeit Gebühren.
- Fondskosten: Ihre Beiträge fließen in Aktienfonds. Die Herausgeber der Fonds, die Fondsgesellschaften, verlangen für die Verwaltung der Fondsanteile Fondsgebühren.
Wie kann ich die Kosten vergleichen?
Die direkten Kosten wie Anschluss- und Vertriebsgebühren, Verwaltungskosten und Fondkosten werden mit der so genannten Kostenquote angegeben. Mit der Kostenquote lässt sich ermitteln, wie viel der erzielten Rendite am Ende bei Ihnen ankommt.
Ein Beispiel: Erzielt eine Rentenversicherung 7 Prozent Rendite bei einer Kostenquote von 2,5 Prozent, dann bleiben für Sie tatsächlich nur 4,5 Prozent.
Wann ist eine private Rentenversicherung zu teuer?
Wenn eine Kostenquote von 2 Prozent und mehr ausgewiesen wird und durch eine hohe Garantie kaum mehr als 3 Prozent Rendite zu erwarten sind, ist der Vertrag sicher zu teuer. Es gibt allerdings auch Angebote mit Kostenquoten von 1 Prozent und weniger, bei denen zudem durch den Verzicht auf Garantien Renditen von 6 Prozent über einen Anlagehorizont von 20 Jahren und mehr möglich sind.
Wie kann ich die Kosten der Rentenversicherung senken?
Bei den Kosten einer Rentenversicherung gibt es durchaus clevere Sparmöglichkeiten.
Suchen Sie einen Vermittler oder Berater, der sogenannte Nettotarife gegen ein Honorar anbietet. Denn bei Nettotarifen werden keine Abschlusskosten einkalkuliert. Stattdessen zahlen Sie einmalig zu Beginn ein Honorar von üblicherweise 1000 bis 1500 Euro direkt an den Vermittler. Das kann einen deutlichen Unterschied zum Rentenbeginn ausmachen.
Beispiel 1: Rentenversicherung mit Bruttotarif
Der Ausschnitt zeigt die Kosten einer üblichen Rentenversicherung bei einer Einzahlung von 200 Euro monatlich über 35 Jahre, insgesamt also 84.000 Euro. In unserer Beispielversicherung fallen 3536,40 Euro Abschlusskosten an.

Beispiel 2: Rentenversicherung mit Nettotarif:
Im Nettotarif fallen keine Abschluss- und Vertriebskosten an.
Die Differenz wächst über die Jahre zu einem immensen Unterschied von teils mehreren Zehntausend Euro heran, wie der Vergleich der Leistungen zeigt. Während die Brutto-Police bei 6 Prozent Fondsrendite zum Beispiel auf knapp 207.000 Euro anwächst und bei 8 Prozent auf 318.000 Euro, sind es bei der Netto-Police ohne Abschlusskosten 237.000 Euro beziehungsweise sogar 368.000 Euro.

| Angenommene jährliche Wertentwicklung des Fonds | Auszahlung Bruttotarif | Auszahlung Nettotarif | Differenz |
|---|---|---|---|
| -2,0% | 48.988,05 | 54.087,76 | 5.099,71 |
| 2,0% | 94.866,20 | 106.552,02 | 11.685,82 |
| 6,0% | 207.401,56 | 237.761,52 | 30.359,96 |
| 8,0% | 318.081,54 | 368.482,52 | 50.400,98 |
Fondskosten sparen mit ETF
Auch auf die Fondskosten haben Sie Einfluss. Bemessen werden die Kosten meist durch eine prozentuale Gebühr, die pro Jahr – bezogen auf das Fondsvermögen – anfällt.
Besonders gering sind die Gebühren bei so genannten ETF. Das sind Fonds, die einen Index wie zum Beispiel den DAX und seine Wertentwicklung nachbilden. Im Schnitt betragen die Gebühren hier 0,2 bis 0,5 Prozent. Demgegenüber stehen aktiv gemanagte Fonds, die versuchen, besser als der Dax oder der entsprechende Vergleichsindex abzuschneiden. Hier laufen die Verwaltungsgebühren meist in einer Größenordnung von 0,5 bis 1,5 Prozent oder höher auf. Diese Gebühren mindern direkt Ihre Rendite: Bei günstigen ETF bleibt also mehr für Sie übrig.
Weniger Garantie bringt mehr Rendite
Nicht nur die direkten Kosten, auch eine mögliche Kapitalgarantie schmälert die Rendite. Mit einer Kapitalgarantie stellen Sie sicher, dass Sie am Ende mindestens einen festgelegten Prozentsatz Ihrer eingezahlten Beiträge zurückbekommen. Bei der staatlich geförderten Riester-Rente ist sogar eine 100-prozentige Garantie vorgeschrieben.
Aber: Je höher die Garantie, desto weniger Kapital kann der Versicherer in attraktive Anlagen stecken. Denn um die Garantie tatsächlich leisten zu können, muss er einen entsprechenden Teil sicher und damit oft renditeschwach anlegen. Stark vereinfacht lässt sich das an einer 80-Prozent-Garantie so erklären:
- 80 Prozent des Sparbeitrags werden sicher angelegt und erzielen zum Beispiel 2,5 Prozent Rendite. Bezogen auf die Gesamtrendite erzielen diese 80 Prozent also 2 Prozent Rendite (2,5 Prozent mal 0,8)
- 20 Prozent des Sparbeitrags fließen in die gewählten Fonds und erzielten 6 Prozent Rendite. Bezogen auf die Gesamtrendite erzielen diese 20 Prozent also 1,2 Prozent Rendite (6 Prozent mal 0,2)
- Die Gesamtrendite liegt damit bei 3,2 Prozent (2 plus 1,2)
