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Wann lohnt sich eine private Pflegeversicherung?

Im Pflegefall übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten. Also besser eine private Pflegezusatzversicherung abschließen?

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Hände einer Rentnerin umfassen einen Gehstock. Bild: IMAGO / blickwinkel / imago stock&people

© Nicht definiert

Wenn der Pflegfall eintritt, entsteht in jedem Fall eine finanzielle Lücke. Den fehlenden Betrag können Pflegebedürftige auch aus ihrem (Alters-)Einkommen oder über ihr Vermögen finanzieren. Auch Kinder können im Rahmen des Elternunterhalts zur Kasse gebeten werden – allerdings erst, wenn ihr Jahreseinkommen über 100.000 Euro liegt.

Wer das eigene Vermögen nicht für die Pflege verbrauchen oder Angehörige nicht belasten will, kann eine private Pflegezusatzversicherung abschließen. „Oft ist das sinnvoll“, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. „Der eigene Kostenanteil für eine Pflege ist kaum abschätzbar“, so Weidenbach. Niemand könne voraussehen, was einem womöglich passiert und wie stark man dann eingeschränkt ist.

Wie teuer ist eine private Pflegeversicherung?

Eine private Pflegezusatzversicherung ist nicht unbedingt preisgünstig. „Viele müssen erst einmal rechnen, ob sie sich das in ihrer aktuellen Lebenssituation überhaupt leisten können und ob sie das überhaupt Monat für Monat übrig haben“, erklärt Ulrike Kempchen, Leiterin Recht bei der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA-Pflegeschutzbund) mit Sitz in Bonn.

Wie hoch der monatliche Beitrag für die private Pflegezusatzversicherung ist, hängt vom Alter und vom Gesundheitszustand der betroffenen Personen ab. „Je jünger man ist, desto günstiger ist die Police“, so Kempchen.

Im Alter von 30 oder 35 Jahren sei man bei einem guten Gesundheitszustand oft schon mit rund 30 Euro pro Monat dabei, 50-Jährige müssten hingegen schon etwa 60 Euro und mehr pro Monat zahlen. Diejenigen, die sich in einem noch höheren Alter für die private Pflegezusatzversicherung entscheiden, zahlen oft „einen unverhältnismäßig hohen Beitrag oder man bekommt aufgrund des Alters keinen Versicherungsschutz“, so Weidenbach.

Beitragssteigerungen im Blick behalten

Einkalkulieren müssen Interessierte, dass die Beiträge im Laufe der Zeit steigen können. Bereits in der Vergangenheit haben viele Anbieter die Beiträge für die private Pflegezusatzversicherung teils deutlich erhöht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Zahl der Leute, die die Leistungen der Versicherungen wegen Pflegebedürftigkeit in Anspruch nehmen, steigt.

Man sollte also grundsätzlich in der Lage sein, diese Preissteigerungen mitzutragen. „Wenn sie das nicht wollen oder können beziehungsweise generell wegen Geldmangels die Versicherung kündigen möchten, verlieren sie in vielen Fällen das bereits eingezahlte Geld“, so Kempchen.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Das Geld, das Verbraucher über Jahre oder womöglich über Jahrzehnte hinweg in die private Pflegezusatzversicherung einzahlen, bekommen sie nicht zurück, wenn sie nicht pflegebedürftig werden.

Welche Varianten der privaten Pflegeversicherung gibt es?

Generell gibt es bei der privaten Pflegezusatzversicherung drei Varianten:

  • Pflegekosten-Versicherung
  • Pflege-Rentenversicherung
  • Pflegetagegeld-Versicherung.
Unter bestimmten Voraussetzungen unterstützt der Staat den Abschluss eines Pflegetagegeld-Vertrags mit dem sogenannten „Pflege-Bahr“. „Die Förderung beläuft sich pro Monat auf fünf Euro, unter dem Strich rechnet sie sich kaum“, erklärt Kempchen.

Pflegekosten-Versicherung


Die Pflegekosten-Versicherung kommt laut den Verbraucherzentralen Hessen und Mecklenburg-Vorpommern für nachgewiesene Pflegekosten auf. Der Anbieter übernimmt den Eigenanteil des oder der Pflegebedürftigen ganz oder teilweise. Allerdings zahlen bei solchen Policen nur wenige Anbieter die Kosten für Unterkunft und Verpflegung im Heim.

Pflegerentenversicherung


Bei der Pflegerentenversicherung erhält der oder die Versicherte eine vereinbarte Pflegerente. Einer der Vorteile der Pflegerentenversicherung: Versicherte können sie den Verbraucherschützern zufolge durch Kündigung beenden, ohne dass sie sämtliche Einzahlungen verlieren.

Pflegetagegeld-Versicherung


Bei einer solchen Police bekommen Versicherte im Pflegefall ein vereinbartes Tagesgeld. Viele Versicherer zahlen den vollen Tagessatz erst im Pflegegrad 5, andere früher.

Leistungen gut vergleichen

Egal, für welche Variante an privater Pflegezusatzversicherung Interessierte sich entscheiden: „Es lohnt sich immer, Leistungen und Preise mehrerer Anbieter zu vergleichen“, betont Kempchen.

Ist letztendlich die Entscheidung für einen Anbieter und sein Produkt gefallen, gilt es, alle Gesundheitsfragen im Antrag wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten. „Ansonsten kann der Versicherer im Leistungsfall die Zahlungen verweigern und den Vertrag kündigen“, so Weidenbach.


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