Frankfurt a.M. (bd). Eine von der Unternehmensberatung Mercer geförderte Studie bewertet das deutsche Rentensystem im weltweiten Vergleich überwiegend positiv. Im Länderranking erzielte Deutschland Platz 14 von 43 Staaten. In der Vorjahresstudie erreichte Deutschland zwar noch Platz 11. Allerdings umfasste das Feld damals nur 39 Staaten. Der bisherige Spitzenreiter Niederlande hat seinen Platz an Island verloren, das in diesem Jahr neu in den Vergleich aufgenommen wurde.
„In den letzten Jahren kontinuierlich verbessert“
Der Mercer CFA Institute Global Pension Index (MCGPI) setzt sich aus den drei Teilkriterien Angemessenheit, Integrität und Nachhaltigkeit zusammen. Ein aus Sicht der Studienautoren angemessenes Vorsorgesystem garantiert zum Beispiel eine Mindestrente und ein Rentenniveau von 70 Prozent des Medianeinkommens. Pluspunkte bei der Integrität gab es zum Beispiel für klar definierte Anforderungen an Altersvorsorgeprodukte, eine starke Aufsichtsbehörde und regelmäßige Informationen der Versicherten über den Stand ihrer Rentenansprüche.
Wie schon im Vorjahr glänzt das deutsche System vor allem in diesen beiden Teilbereichen: Beim Kriterium Angemessenheit erzielte Deutschland 79,3 Punkte, bei Integrität sogar 81,2.
Die Ergebnisse zeigten, „dass das Altersvorsorgesystem in Deutschland insgesamt positiv bewertet wird und unser Rentensystem in den Bereichen Angemessenheit und Integrität sehr stabil ist und wir uns in den letzten Jahren kontinuierlich verbessern konnten“, erklärt Norman Dreger, CEO Mercer Deutschland.
Betriebliche Altersvorsorge stärken
Schwachstelle bleibt weiter der dritte Teilbereich: Nur 45,4 Punkte gibt es für die Nachhaltigkeit. Der Nachhaltigkeitsindex misst die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Rentensystem in der Lage sein wird, in Zukunft Rentenleistungen zu erbringen.
„Die Ausfinanzierung über ein Kapitaldeckungsverfahren würde dies erheblich verbessern“, erklärt Dreger. „Außerdem sollte die betriebliche Altersversorgung weiter gestärkt werden, denn nur so kann gewährleitstet werden, dass das System auch in Zukunft finanzierbar bleibt. Um die Rentenlücke zu verringern, müssten Frauen ebenfalls angemessen an der betrieblichen Altersversorgung beteiligt werden, so Dreger.
Der Global Pension Index ist ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt, das vom CFA Institute, der weltweiten Vereinigung von Anlageexperten, in Zusammenarbeit mit dem Monash Centre for Financial Studies (MCFS), einem Teil der Monash Business School an der Monash University, und Mercer gefördert wird. 
