Berlin (bavc/sth). Die Chemie-Sozialpartner entwickeln nach eigenen Angaben das erste branchenweite Sozialpartner-Modell für die betriebliche Altersvorsorge. Die Chemie-Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG BCE würden „bis 30. Juni die tariflichen Regelungen schaffen, um reine Beitragszusagen für Neuzusagen zu ermöglichen“, heißt es in einer Mitteilung der Arbeitgeberseite. Der von den Tarifpartnern mit der R+V Versicherung angebotene Chemie-Pensionsfonds solle „als erste Versorgungseinrichtung in der Branche auf das neue Modell umgestellt werden“.
Ziel sei es, auch künftig in die Branche eintretenden Beschäftigten eine „attraktive Versorgung mit guten Renditechancen anbieten zu können und gleichzeitig Haftungsrisiken für die Unternehmen angesichts der andauernden Niedrigzinsphase zu vermeiden“, heben die Chemie-Arbeitgeber die Vorzüge des Modells hervor. Bestehende Verträge und Versorgungen würden zu den vereinbarten Konditionen vom Chemie-Pensionsfonds fortgeführt und seien von den geplanten Umstellungen nicht betroffen. Das Sozialpartner-Modell trete „neben die bisherigen Zusageformen der betrieblichen und tariflichen Altersversorgung, die ebenfalls weiterhin angeboten werden“, heißt es.
Die Vereinbarung für die Chemiebranche könne einen entscheidenden Impuls für das seit 2018 gesetzlich verankerte Sozialpartnermodell – auch als „Nahles-Rente“ bekannt – darstellen und andere Branchen zu ähnlichen Vereinbarungen animieren, heißt es in Fachkreisen. Bislang gibt es bundesweit erst ein tarifvertraglich vereinbartes Sozialpartnermodell: für die Angestellten des Talanx-Konzerns. Hier stehe jedoch auch ein Jahr nach dessen Verkündung noch die Zustimmung seitens der BaFin aus, schreibt das Portal procontra-online.de.
Der Staat unterstützt Arbeitnehmer bei der Altersvorsorge – aber wie funktioniert das eigentlich mit der Betriebsrente? Und für wen lohnt sich betriebliche Altersvorsorge (bAV)? ihre-vorsorge.de informiert.
