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Ehegattensplitting: DIW-Studie schlägt Kompromiss vor

Ihr Modell brächte mehr Frauen in Arbeit und zusätzliche Milliarden in die Steuerkasse, so die Autoren der DIW-Studie.

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Junge Frau sitzt mit zwei Männern am Konferenztisch und schaut einen Kollegen verärgert an, der sie angrinst.

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Berlin (iv). Das Ehegattensplitting steht seit langem in der Kritik, weil es Alleinverdiener-Paare bevorteilt und die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt reduziert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hat in einer Studie verschiedene Reformvorschläge untersucht. Fazit der Studie: Die bekannten Rezepte sind ungeeignet, stattdessen raten die Autoren zu einem Kompromiss.

Der Vorschlag: ein Realsplitting mit einem niedrigen Übertragungsbetrag von maximal 9.696 Euro. So könnten nur Einkommen in Höhe des Grundfreibetrags von Besserverdienenden auf geringer Verdienende übertragen werden. Der Empfangende muss den Betrag als sonstiges Einkommen versteuern. Dadurch ist auch bei Alleinverdiener-Ehepaaren das Existenzminimum auf beiden Seiten steuerfrei gestellt.

Mehr Anreize für Frauen zu arbeiten

Der Vorschlag sei nicht nur relativ leicht umzusetzen und transparent, sagt Stefan Bach, der die Studie zusammen mit Björn Fischer, Peter Haan und Katharina Wrohlich durchgeführt hat. Er vermeide auch unerwünschte Verteilungswirkungen zugunsten besserverdienender Paare mit zwei Einkommen.

Mit diesem Model würden die Arbeitsstunden verheirateter Frauen um 1,7 Prozent und ihre Beteiligung am Arbeitsmarkt um 0,6 Prozentpunkte steigen. Zudem erziele die Reform Steuermehreinnahmen von zehn Milliarden Euro pro Jahr, davon allein zwei Milliarden Euro durch die Arbeitsmarkteffekte. Die Belastungen würden dabei zum Großteil von einkommensstarken Paaren getragen.

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