Ihre-Vorsorge Logo

Geldvermögen wächst weiter – kein Ende in Sicht

Die Menschen rund um den Globus sind reicher denn je – zumindest in Summe. In Deutschland entdecken immer mehr Sparer die Börse für sich.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Geldkassette mit eingeklemmten Scheinen und umliegenden Münzen. Bild: IMAGO / Shotshop / CSH

© Nicht definiert

Frankfurt/Main (dpa). Börsenboom und Konsumflaute haben viele Menschen im Corona-Krisenjahr 2020 reicher gemacht. Das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte weltweit kletterte nach Berechnungen des Versicherers Allianz auf die Rekordsumme von 200 Billionen Euro – ein Plus von 9,7 Prozent zum Vorjahr. Ein Ende des Vermögenswachstums ist nach Einschätzung der Ökonomen nicht in Sicht: Für das laufende Jahr prognostizieren sie sieben Prozent Zuwachs.

Allerdings ist die gewaltige Summe nach wie vor alles andere als gleich verteilt. Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung – etwa 520 Millionen Menschen in den 57 untersuchten Ländern – besitzen den Angaben zufolge zusammen gut 84 Prozent des gesamten Vermögens.

Deutsche sparen 16 von 100 Euro

Haupttreiber des Wachstums der Bruttogeldvermögen waren im vergangenen Jahr die gestiegenen Ersparnisse. Denn wegen der Einschränkungen in der Pandemie konnten viele Menschen ihr Geld nicht in gewohntem Maße ausgeben.

Die Summe frischer Spargelder sei in der Folge binnen Jahresfrist um fast 80 Prozent auf den Rekordwert von 5,2 Billionen Euro geklettert, rechnete die Allianz vor. Gelder, die Menschen einfach auf ihrem Bankkonto stehen ließen, verdreifachten sich fast (plus 187 Prozent).

In Deutschland schnellte die Sparquote 2020 nach offiziellen Zahlen auf das Rekordhoch von 16,2 Prozent. Heißt: Von 100 Euro verfügbarem Einkommen legten Haushalte im Schnitt gut 16 Euro auf die hohe Kante.

Aktien lösen Versicherungen ab

Wer Vermögen hat, profitierte in der Pandemie zudem davon, dass Staaten und Zentralbanken den Corona-Schock mit milliardenschweren Hilfen abfederten. Daher erholten sich auch die Aktienmärkte rasch. Partizipiert haben daran diejenigen in Deutschland, die im Jahr der Corona-Krise die Börse für sich entdeckten. 12,35 Millionen Aktionäre zählte das Deutsche Aktieninstitut (DAI) im Jahr 2020 und damit den höchsten Stand seit fast 20 Jahren.

Erstmals seit dem Jahr 2000 investierten die Deutschen im vergangenen Jahr mehr frisches Geld in Aktien und Fonds als in Versicherungen, wie Allianz-Experte Arne Holzhausen erklärte. Zwar sei das Gros der Sparerinnen und Sparer hierzulande nach wie vor „nicht in der Situation, dass das Geld für sie arbeitet“. Der Kapitalmarktanteil am Geldvermögen sei noch relativ klein. „Aber ein Anfang ist gemacht“, bilanzierte Holzhausen. Ihren Ruf als „Aktienmuffel“ schüttelten die Deutschen allmählich ab.

Allerdings: Wegen des hohen Anteils an mickrig verzinsten Bankeinlagen droht den Deutschen nach Allianz-Berechnungen angesichts der steigenden Inflation 2021 ein monatlicher Kaufkraftverlust von sieben Milliarden Euro.

Schweizer führen das Ranking an

Mit einem Bruttogeldvermögen von 85.370 Euro pro Kopf rangieren die Deutschen in der Rangliste der 20 reichsten Länder wie ein Jahr zuvor auf Platz 19 vor Italien. Abzüglich Schulden waren es netto 61.760 Euro und damit unverändert Platz 18. Die Brutto-Rangliste führen 2020 wie in den Jahren zuvor die Schweizer an mit nun 313.260 Euro pro Kopf vor den US-Amerikanern (260.580 Euro) und den Dänen (212.570 Euro). Abzüglich Schulden lagen die Amerikaner mit 218.470 Euro vorn, gefolgt von Schweizern (212.050 Euro) und Dänen (149.240 Euro).

Immerhin: Auch in Deutschland stieg das Bruttogeldvermögen zuletzt stetig. Der Bundesbank zufolge nannten die Privathaushalte hierzulande Ende vergangenen Jahres 6,95 Billionen Euro ihr Eigen, drei Monate später war dieser Rekord mit 7143 Milliarden Euro bereits schon wieder übertroffen. Vor allem Kursgewinne an den Börsen machen sich positiv bemerkbar. Die Prognose der Allianz: „Für 2021 ist mit einer ähnlich dynamischen Entwicklung zu rechnen – sofern keine kräftige Korrektur an den Aktienmärkten eintritt.“

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Zu Beginn des Iran-Kriegs schossen die Heizölpreise in die Höhe. Im Sommer gaben sie etwas nach – und legten dann im September noch einmal kräftig zu. Was sollten Ölheizungsbesitzer jetzt tun?

Time
4 Minuten

Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland so stark verteuert wie seit fast drei Jahren nicht. Der neue Tankrabatt dürfte für etwas Entlastung sorgen – allerdings nur kurzfristig.

Time
2 Minuten

Ist es sinnvoll, sich zum Studienstart von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien zu lassen? Studierende sollten vor der Entscheidung bedenken - günstige Beiträge zu Beginn sind nicht alles.

Time
2 Minuten

Haushaltshilfen, Krankheitskosten oder Spenden: Auch im Ruhestand lassen sich mit gewissen Ausgaben noch Steuern sparen. Welche Posten Rentnerinnen und Rentner in der Steuererklärung besser nicht übersehen sollten.

Time
4 Minuten

Sie können über einen kurzfristigen finanziellen Engpass hinweghelfen. 7 Punkte, die Interessierte zu Überbrückungskrediten kennen sollten.

Time
3 Minuten

Das weltweite Geldvermögen erreicht laut Allianz ein Rekordhoch. Doch der Zuwachs kommt bei Milliarden Menschen nicht an. Die Unterschiede zwischen Ländern und Bevölkerungsgruppen bleiben gewaltig.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026