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Genossenschaftsbanken: Warum die Dividenden schrumpfen

Die Volks- und Raiffeisenbanken zahlen geringere Dividenden an ihre Mitglieder aus. Trotzdem ist für Anteilseigner einiges drin.

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Hand mit Stift zeigt auf ein Finanzchart mit Preisentwicklung und ansteigenden Münzstapeln.

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München (tö). Die deutschen Genossenschaftsbanken haben 2020 für das vorherige Geschäftsjahr eine durchschnittliche Dividende von 2,1 Prozent an ihre 18,4 Millionen Mitglieder ausgeschüttet. 2019 waren es nach Angaben des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) noch 3,9 Prozent. Die Corona-Pandemie hinterlässt auch hier tiefe Spuren.

Lukrativer als Festgeld

Derzeit gibt es eine zunehmende Zahl von genossenschaftlichen Instituten, die sich nicht mehr an das eherne Regionalprinzip halten und bundesweit um neue Mitglieder werben. Profitieren können davon beide Seiten: Das Geldhaus bekommt frisches Eigenkapital, um neue Geschäfte zu machen. Die Anteilseigner profitieren von den Gewinnen der Bank, soweit sie diese als Dividende jährlich auszahlt. Die sogenannte Vertreterversammlung jeder Genossenschaftsbank entscheidet, ob es je nach Ertragslage eine Gewinnauszahlung gibt und wie diese ausfällt. Auch 2021 dürften es im Durchschnitt deutlich weniger werden als in den Jahren vor der Pandemie – aber immer noch mehr als die paar Zehntel hinter dem Komma, die sich, wenn überhaupt, noch mit Festgeldanlagen herausholen lassen.

Dass die Dividenden spärlicher ausfallen, liegt nicht zuletzt an der Europäischen Zentralbank (EZB) und der deutschen Finanzaufsicht Bafin. Zunächst hatte die EZB Europas Banken empfohlen, bis Januar 2021 keine Dividenden auszuschütten. Die Bafin zog nach, schwächte ihre Empfehlung, nicht zu zahlen, später aber wieder ab und gab die Maßgabe aus, die Banken könnten eine Dividende überweisen, wenn „eine nachhaltig positive Ertragsprognose“ vorliegt. Dutzende Geldhäuser zahlen aber 2020 sicherheitshalber gar keine Dividende. 2021 dürfte dies wieder besser werden, da die Bafin keine neuen Vorgaben gemacht hat.

Was Anleger bei einer Genossenschaftsbank beachten sollten

  • Die Höhe der Anteile ist oft stark begrenzt. Je nach Bank kann man zum Beispiel 1000 Euro, 25.000 Euro oder 70.000 Euro investieren.
  • Wer seine Anteile zurückhaben will, muss teilweise mit längeren Kündigungsfristen rechnen. Das sollte man vorher prüfen.
Manche Banken pochen darauf, dass neue Anteilseigner auch Kunde werden. Wenn aber die Zeichnung von Anteilen mit einem vergleichsweise teuren Girokonto verbunden ist, bleibt von der schönen Dividende schlimmstenfalls nicht allzu viel übrig.

Sollte ein Mitgliedsinstitut in Schwierigkeiten geraten, unterstützen sich die Genossenschaftsbanken gegenseitig. Eine Pleite gilt deshalb als so gut wie ausgeschlossen, eine Insolvenz hat es laut BVR bei den Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland noch nie gegeben.

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