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Hohe Inflation: Wie Sparer ihr Vermögen schützen können

Aktien kaufen, in Gold investieren, die Lebensversicherung kündigen? Tipps von Experten, was Sparer jetzt tun können – und was sie vermeiden sollten.

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Inflation: Offene Geldbörse mit Euro-Münzen. Bild: IMAGO / blickwinkel / A. Schauhuber

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Frankfurt/Düsseldorf (dpa/tmn). Nach mehr als einem Jahrzehnt hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinswende eingeleitet. So verkündete am 21. Juli die EZB-Präsidentin Christine Lagarde, den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte zu erhöhen – mehr als erwartet. Zugleich kündigte sie weitere Erhöhungen der Leitzinsen an.

Die EZB-Entscheidung läutet den Abschied von Nullzinsen für Sparer ein. Doch vorerst geht die Teuerung noch weiter. 7,8 Prozent: So hoch war im Juli die Inflationsrate in Deutschland.

Unabhängige Beratung und kluge Einzelfallentscheidungen

Wie können Anleger ihr Vermögen also vor der Inflation schützen? „Standardlösungen gibt es nicht“, so Wirtschaftsprofessor Michael Heuser vom Deutschen Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA). Letztendlich kommt es immer auf den Einzelfall an.

Er rechnet damit, dass die Inflationsrate noch über Jahre hinweg über den Zinsen liegen wird. In der Folge schrumpft die Kaufkraft – und damit das Vermögen auf Sparkonten und in anderen eher renditeschwachen Finanzprodukten massiv.

„Aber mit klugen Entscheidungen auf Basis kompetenter Beratung von unabhängiger Seite lässt sich das ein Stück weit auffangen“, erklärt Heuser. Wie können Sparer also gegensteuern?

Jetzt das Vermögen umschichten?

Es gibt Wege, wie Sparer mit dieser Herausforderung umgehen können: „Eine Möglichkeit ist zu schauen, ob und wie Umschichtungen sinnvoll und möglich sind“, sagt Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW. Dabei sollte man Kosten im Blick behalten.

Denkbar ist etwa, dass Sparer ihr Vermögen vom klassischen Sparbuch oder Festgeldkonto in einen ETF umschichten. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds – also an der Börse gehandelte Fonds.

Zudem versprechen ETFs eine gewisse Sicherheit. Zwar unterliegen auch sie Kursschwankungen. Allerdings gehören sie – wie herkömmliche Investmentfonds auch – rechtlich zum Sondervermögen. Das heißt, im Falle einer Insolvenz sind die ETF-Anteile nicht betroffen. Das Geld der Anleger ist bei der Pleite einer Fondsgesellschaft also sicher.

Geldanlage-Strategie breit aufstellen

Überlegen Sparer ihr Vermögen umzuschichten, sollten sie jedoch nicht alles auf eine Karte setzen. „Sonst wäre man davon abhängig, dass genau diese eine spezielle Geldanlage gut läuft“, warnt Scherfling.

Wer beispielsweise all sein Geld in eine Immobilie steckt, um diese als Kapitalanlage zu vermieten, geht ein hohes Risiko ein. Das Investment kann beispielsweise scheitern, wenn ein Vermieter dann statt an einen zuverlässig zahlenden Mieter an einen Mietnomaden gerät. Gleiches gilt, wenn die Immobilie große Mängel hat, und man unerwartet ständig Geld nachschießen muss, um diese zu beheben.

Denkbar für das eigene Portfolio ist eine Mischung aus einlagegesicherten Produkten – etwa ETFs oder herkömmlichen Investmentfonds – und Sachwerten wie einer Immobilie.

Gold dem Portfolio beimischen

Ebenfalls denkbar ist, Gold dem Portfolio beizumischen. Allerdings sollte Anlegern dabei eines klar sein: Der Kurs von Gold hat sich in den vergangenen Jahren zwar meist gut entwickelt, er kann aber erheblichen Schwankungen unterliegen.

„Auch wenn Gold weder Zinsen noch Dividenden abwirft, kann nach einer alten Faustregel eine Beimischung von um die zehn Prozent ratsam sein“, erklärt Heuser.

Zudem empfiehlt Heuser, auch in Zeiten einer hohen Inflation weiter einen Notgroschen beiseite zu legen. „Am besten liegt dieser Betrag etwa in Höhe von drei Netto-Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto.“

Auf keinen Fall unnötige Risiken eingehen

Was Sparer im Zuge einer Umschichtung nicht tun sollten: „Keinesfalls ältere Lebensversicherungen kündigen“, sagt Heuser. Denn ältere Policen seien meist immer noch vergleichsweise gut verzinst.

Vorsicht ist auch angesagt bei riskanten Finanzprodukten – etwa Unternehmensbeteiligungen. Sie stellen scheinbar attraktive Renditen in Aussicht. Anleger gehen dabei ein deutlich höheres Risiko ein, warnt Scherfling. Unter Umständen ist sogar ein Totalverlust möglich.

Daneben locken Anlagemöglichkeiten, die aus Sicht von Verbraucherschützern mehr in den Bereich Spekulation fallen, als in den Bereich strategische Geldanlage – beispielsweise Kryptowährungen.

Scherfling warnt: „Anlegerinnen und Anleger sollten immer schauen, dass sie bei der Suche nach einer Nettorendite, die zumindest ausreicht, um die Inflation auszugleichen, nicht bei Produkten landen, wo das eingesetzte Geld am Ende verloren sein kann.“

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