Berlin (iv). Junge Frauen sind sich der Gefahr von Altersarmut bewusst, sorgen aber dennoch deutlich seltener fürs Alter vor als noch vor zehn Jahren. Bei den Männern sieht es etwas besser aus. Das geht aus der aktuellen MetallRente Jugendstudie hervor.
Demnach haben 84 Prozent der jungen Frauen zwischen 17 und 27 Jahren Angst davor, im Rentenalter nur eine geringe Rente zu bekommen und in die Altersarmut abzurutschen. Zugleich sparen aber nur noch 29 Prozent regelmäßig fürs Alter. Im Vergleich zu 2010 sind das 10 Prozentpunkte weniger.
Bei den gleichaltrigen Männern fürchten sich etwas weniger vor Altersarmut, etwa drei Viertel (74 Prozent). Junge Männer haben jedoch ihre Anstrengungen im gleichen Zeitraum deutlich erhöht: Statt 38 Prozent legen heute 45 Prozent regelmäßig Geld für ihren Ruhestand beiseite.
Frauen in der Teilzeitfalle
Klaus Hurrelmann, Herausgeber und wissenschaftlicher Leiter der MetallRente Studie, beschreibt das Dilemma: „Frauen stecken für die Familie zurück und investieren deshalb viel zu wenig in ihre eigene Alterssicherung. Dabei wissen sie, dass sich das eines Tages rächt.“
Laut der Studie gehen 70 Prozent der jungen Frauen davon aus, dass sie in bestimmten Lebensphasen nur in Teilzeit arbeiten werden. Dabei zeigt sich ein deutlicher West-Ost-Unterschied – allerdings nur bei den Frauen. Im Westen rechnen 71 Prozent von ihnen mit späteren Teilzeitphasen, im Osten nur 62 Prozent. Bei den Männern sind es in Ost wie West nur 36 Prozent. Die verschiedenen Erwerbsbiografien der Frauen vor der Wiedervereinigung setzen sich in den unterschiedlichen Vorstellungen der heutigen jungen Frauen fort.
Frauen beurteilen eigenes Finanzwissen kritisch
Wenn es um das eigene Wissen zum Thema Finanzen geht, trauen sich Frauen deutlich weniger zu als Männer. Aktuell sagen 71 Prozent der jungen Männer, aber nur 52 Prozent der jungen Frauen, dass sie sich in finanziellen Dingen „sehr gut“ oder „gut“ auskennen.
Noch gravierender sieht es beim Thema der Altersvorsorge aus. Auch hier tut sich eine deutliche Geschlechterlücke auf: 40 Prozent der Männer bescheinigen sich ein fundiertes Wissen zur Altersvorsorge. Bei den Frauen sind es nur gut halb so viele, nämlich 22 Prozent.
Klaus Hurrelmann sagt dazu: „Man merkt: Das Finanzwissen der jungen Frauen, und also auch ihre Bereitschaft, sich mit solchen Vorsorgefragen auseinanderzusetzen, ist deutlich geringer als bei den Männern. Entsprechend schlägt sich das in ungünstigen Formen der Anlage nieder. Wir brauchen deshalb Initiativen, die junge Frauen gezielt ermutigen und sie dabei unterstützen, ihre Zukunftsvorsorge selbst in die Hand zu nehmen.“
