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Institute senken Konjunkturprognose – Was den Aufschwung bremst

Die deutsche Wirtschaft ist noch nicht über den Berg. Für Verbraucher gibt es in einer neuen Konjunkturprognose auch gute Perspektiven.

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Automobilfabrik Karosseriebau E-Auto VW. Bild: IMAGO / Rainer Weisflog

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Berlin (dpa) – Die anhaltenden Folgen der Pandemie und Lieferengpässe bremsen den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute schraubten am Donnerstag ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr deutlich herunter. Weitere Kernergebnisse: Die Inflation dürfte bis Jahresende weiter anziehen – im kommenden Jahr aber wieder zurückgehen. Die Arbeitslosenquote dürfte laut Prognose zurückgehen, die verfügbaren Einkommen im kommenden Jahr deutlich steigen. Für das Frühjahr erwarten die Experten einen Schub beim privaten Konsum.

Die Institute rechnen in diesem Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von nur noch 2,4 Prozent Im Frühjahr hatten sie noch erwartet, dass nach dem coronabedingten Einbruch der Wirtschaft 2020 das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 3,7 Prozent zulegt.

Weltweite Lieferengpässe

Eine Folgewirkung der Pandemie seien weltweite Lieferengpässe. Im vergangenen Jahr war die Nachfrage eingebrochen, nun zieht die Weltwirtschaft wieder an, vor allem in Asien. Staus an Häfen und fehlende Containerkapazitäten behindern aber die Exporte. Vorprodukte fehlen oder sind im Preis stark gestiegen. Das betrifft zum Beispiel einen Mangel an Halbleitern – das belastet etwa die Autoindustrie.

Die kräftige Nachfrage hatte auch die Rohstoffpreise stark steigen lassen, drastisch angezogen haben zuletzt die Gaspreise. Die gestiegenen Energiepreise haben den Preisauftrieb in Deutschland angeheizt: Im September kletterten die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitgeteilte hatte.

Inflation wird wieder sinken

Die Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 3 Prozent im laufenden Jahr. Im kommenden Jahr wird erwartet, dass der Preisschub etwas nachlässt und die Inflation auf 2,5 Prozent sinkt – das wäre allerdings immer noch ein hohes Niveau. Man könne für den „akuten Inflationsdruck“ Entwarnung geben, sagte Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft Kiel.

Die Verbraucherpreise würden sich im Verlauf des kommenden Jahres wieder einrenken – auch weil dann ein Sondereffekte wegfallen. So schlägt derzeit die Rücknahme der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung des zweiten Halbjahres 2020 voll auf die Teuerung durch.

Optimistischer Blick auf 2022

Auf dem Arbeitsmarkt sehen die Institute Signale für eine weitere Entspannung. Die Erwerbstätigkeit dürfte weiter zulegen, die Arbeitslosenquote nach 5,9 Prozent im Vorjahr in diesem Jahr im Jahresdurchschnitt auf 5,7 Prozent sinken.

Die Einkommen der privaten Haushalte erhöhen sich laut Prognose in diesem Jahr durch finanzpolitische Maßnahmen wie die Teilabschaffung des Solidaritätszuschlages zu Jahresbeginn. Die Institute rechnen damit, dass die verfügbaren Einkommen um 2,1 Prozent steigen. Im kommenden Jahr dürfte der Anstieg mit 4,4 Prozent höher ausfallen.

2022 fällt der Wirtschaftsaufschwung laut Prognose dann kräftiger aus: Die Institute rechnen mit einem Wachstum von 4,8 Prozent. In ihrer Frühjahrsprognose waren sie noch von einem Plus von 3,9 Prozent für das nächste Jahr ausgegangen.

Ein maßgeblicher Treiber bei der wirtschaftlichen Erholung werde im kommenden Jahr der private Konsum sein, sagte Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle. In der Corona-Pandemie haben viele Verbraucher Geld auf die hohe Kante gelegt, die Sparquote ist gestiegen. „Wenn die Pandemie im Frühjahr des kommenden Jahres das Wirtschaftsgeschehen nicht mehr belastet, wird sich der Konsum mit kräftigen Raten erholen“, heißt es in der Prognose.

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