Ihre-Vorsorge Logo

Kinderdepot: Schon mit kleinen Beträgen zum Vermögen

Geld zurücklegen für den Nachwuchs, bis er 18 ist – das Sparbuch hat dafür längst ausgedient. Attraktiver ist ein Aktiendepot auf den Namen des Kindes. Wie das am besten geht.

Artikel vorlesen

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlicht

Eime Familie mit zwei Kindern und ein Sparschwein. Bild: IMAGO / Panthermedia

© Nicht definiert

München/Düsseldorf (dpa/tmn). Es müssen gar nicht mal große Beträge sein. Schon 25 Euro im Monat reichen, um langfristig ein kleines Vermögen für den Nachwuchs aufzubauen. Warum also nicht wenigstens einen Teil des Kindergeldes nutzen und es etwa in einen ETF-Sparplan für den Sohn oder die Tochter einzahlen?

So ist mit dem Erreichen der Volljährigkeit womöglich ein Studium, ein längerer Auslandsaufenthalt oder ein erstes Auto drin. Ideal ist es, wenn Eltern zu diesem Zweck schon in den ersten Lebensjahren des Babys ein Kinderdepot eröffnen. Was Sie hierzu wissen müssen.

Was genau ein Kinderdepot ist

Ein Kinderdepot - auch Junior Depot - ist ein normales Wertpapierdepot, das auf den Namen des minderjährigen Kindes eröffnet und meist kostenfrei geführt wird. Dieses Depot dient dem langfristigen Vermögensaufbau des Nachwuchses. Mit dem Depot ist es möglich, verschiedene Anlageprodukte wie Aktien, Fonds und ETFs zu halten und damit über einen längeren Zeitraum zu investieren.

Wer ein Kinderdepot eröffnen kann

„Ein Kinderdepot müssen immer zwingend die sorgeberechtigten Eltern eröffnen“, sagt Eberhard Pilz, Geschäftsführer der Societas Vermögensverwaltung. Einzahlungen können aber auch Dritte wie etwa Paten oder Großeltern übernehmen.

Welche Vorteile ein Kinderdepot hat

Zum einen ist es günstiger als ein reguläres Depot. Zum anderen winken steuerliche Vorteile. Schließlich stehen auch dem Kind ein Sparer-Pauschbetrag (für 2023 sind es 1000 Euro) und ein steuerlicher Grundfreibetrag (für 2023 sind es 10.908 Euro) zu. Bei den meisten Kinderdepots dürften die Erträge unter diesen Schwellen liegen. Die Wertsteigerungen und Erträge lassen sich also in vollem Umfang zur Vermögensmehrung nutzen.

„Zeit spielt eine wichtige Rolle bei der Kapitalbildung. Und ein früher Start ermöglicht es, den Zinseszinseffekt besser auszunutzen“, sagt Felix Scheppe, Vermögensverwalter bei B&K Vermögen. Ein Vorteil ist aber vor allem, dass im Namen des Kindes eine Vorsorge erfolgt, von dem das Kind später profitiert.

Was die Nachteile sind

Eltern sollten sich bewusst sein, dass das Kind als Depotinhaber ab dem 18. Lebensjahr frei über das Kapital verfügen kann. „Insofern sollten sie dem Kind vorher auch etwas Finanzwissen vermitteln, damit mit dem Geld auch etwas Verantwortungsbewusstsein einhergeht“, sagt Titus C. Schlösser, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Portfolio Concept.

Ein ETF-Sparplan? Oder besser ein Fondssparplan?

„Die beste Variante ist ein Sparplan mit verschiedenen ETFs, also Indexfonds, auf unterschiedliche Aktienmärkte wie DAX, MDAX, MSCI World oder S&P 500“, sagt Adrian Roestel von der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen. Der große Vorteil von ETFs ist, dass sie vergleichsweise kostengünstig sind und die Entwicklung der einzelnen Märkte eins zu eins abbilden.

Ähnlich sieht es Felix Scheppe. Die Kosten von ETFs seien in der Regel deutlich geringer, da sie passiv verwaltet werden und einen Index nachbilden, während Fonds aktives Management erfordern. „Diese Kosteneinsparungen können sich über einen längeren Anlagehorizont signifikant aufsummieren und zu einem größeren Renditeunterschied führen“, so Scheppe. Bei einem langfristigen Anlagehorizont haben ETFs somit das Potenzial, eine höhere Gesamtrendite zu erzielen, da weniger Kosten von den erzielten Erträgen abgezogen werden.

Wem das Geld im Kinderdepot gehört

Das Geld und Vermögen im Depot ist zu 100 Prozent Eigentum des Kindes. Da die Eltern aber bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres die gesetzlichen Vertreter des Kindes sind, haben sie das Geld treuhänderisch zu verwalten und zu mehren. „Ausgaben für den eigenen Lebensunterhalt sind nicht möglich“, sagt Vermögensverwalter Marian Henn von der Allington Investors AG. Auch Entnahmen zugunsten des Kindes sind, wenn überhaupt, nur stark eingeschränkt möglich.

Wie viel Geld sich bis zum 18. Lebensjahr des Kindes ansparen lässt

Benjamin Badura von der Vermögensverwaltung Hansen & Heinrich in Berlin nennt ein Beispiel: Angenommen, es geht mit einem Startkapital von 1000 Euro los, die monatliche Sparleistung liegt bei 50 Euro und es gibt eine Rendite von fünf Prozent nach Abzug von Fonds- und Depotkosten. Zudem werden die Erträge steuerfrei reinvestiert. „Die Summe der Einzahlungen inklusive Startkapital liegt zum 18. Geburtstag des Kindes bei 11.200 Euro“, so Benjamin Badura. Hinzu kommt ein Wertzuwachs von rund 7013 Euro. Das Endkapital liegt somit bei 18.213 Euro.

Titus C. Schlösser rechnet ein weiteres Beispiel vor: Beim gleichen Startkapital von 1000 Euro und regelmäßigen monatlichen Einzahlungen in Höhe des aktuellen Kindergeldsatzes von 250 Euro ergibt sich bei sechsprozentiger Rendite nach 18 Jahren ein Endbetrag von 98.000 Euro. Die Summe der Einzahlungen liegt hier bei 55.000 Euro, der Wertzuwachs beträgt 43.000 Euro.

Mehr zum Thema

 


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Die Sparneigung der Bundesbürger ist im September gestiegen. Konsumforscher führen dies vor allem auf die hohen Energiepreise zurück.

Time
4 Minuten

Wer Steuern hinterzogen hat, kann mit einer Selbstanzeige beim Finanzamt straffrei davonkommen. So funktioniert sie Schritt für Schritt.

Time
2 Minuten

Bargeld spielt in Deutschland traditionell eine große Rolle, doch Verbraucher zahlen immer öfter elektronisch oder per Karte, zeigt eine neue Studie. Andere Länder sind aber weit voraus.

Time
2 Minuten

Sprachkurs, Bewerbungsmappe oder doppelte Miete: Was alles zu den Werbungskosten zählt und wann sich die Ausgaben wirklich auszahlen. Experten-Tipps für die nächste Steuererklärung.

Time
3 Minuten

Frankfurt und München galten lange als gefährdet in Sachen Immobilienblasen. Eine neue Studie sieht die Lage nun deutlich entspannter. Dahinter stecken mehrere Gründe.

Time
2 Minuten

Es zeichnet sich ab, dass Haushalte in diesem Jahr fürs Heizen oft mehr bezahlen müssen als 2025. Wer mit Gas heizt, könnte erstaunlicherweise aber noch Glück haben. Eine neue Studie nennt Gründe.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026