Ihre-Vorsorge Logo

Krypto-Anlagen verharren im Dauerfrost

Knapp 9 Millionen Menschen in Deutschland halten Bitcoin und andere Kryptos. Neben Kursverlusten drohen jetzt auch noch neue Steuern.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Krypto-Anlagen verharren im Dauerfrost

© Nicht definiert

Berlin/Frankfurt a.M. (dpa). Anleger, die ihr Geld in Bitcoin und andere Kryptowährungen investiert haben, müssen sich derzeit in Geduld üben. Nach dem Rekordstand vom vergangenen Herbst ist der Kurs des Bitcoins um rund die Hälfte eingebrochen und bewegt sich seit Monaten im Bereich von 60.000 bis 65.000 US-Dollar. 

In Deutschland drückt nun auch noch die Politik auf die Stimmung der Anleger. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant, eine Änderung der Steuerregeln vorzunehmen. Derzeit gilt: Wer Bitcoin und Co länger als ein Jahr im Privatvermögen hält, kassiert etwaige Veräußerungsgewinne komplett steuerfrei. Bei kürzerer Haltedauer greift der persönliche Einkommensteuersatz. Diese Regelung gilt auch für Gold, Luxusuhren, Oldtimer, Kunstgegenstände und andere Wertsachen. 

Bitcoin wie Aktien besteuern 

Nach Klingbeils Plänen soll bei den Digitalwährungen diese einjährige Haltefrist fallen und Krypto-Gewinne sollen künftig wie Aktienerlöse besteuert werden. In Deutschland unterliegen Gewinne aus Dividendenzahlungen und dem Verkauf von Aktien einer pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. 

Viele Details der Klingbeil-Pläne sind allerdings noch unklar, etwa die Frage nach Übergangsregelungen. Offen ist auch noch die Frage, ob der Koalitionspartner CDU/CSU die Pläne der SPD im Parlament überhaupt unterstützen wird. Schließlich hatten die drei Regierungsparteien gemeinsam im Koalitionsvertrag beschlossen, keine Steuern zu erhöhen. 

Knapp 9 Millionen Krypto-Besitzer in Deutschland 

In der persönlichen Finanzplanung der Bevölkerung in Deutschland spielen Kryptowährungen bislang noch eine untergeordnete Rolle. Immerhin 12,8 Prozent der Erwachsenen in Deutschland besitzen derzeit digitale Coins – das entspricht umgerechnet knapp 8,9 Millionen Menschen. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Management- und Technologieberatung BearingPoint hervor. Weitere 4,9 Prozent haben Bitcoin bereits wieder den Rücken gekehrt, während 11,4 Prozent zumindest noch mit einem Einstieg liebäugeln. 

Die Mehrheit der Bevölkerung kann sich aber derzeit nicht vorstellen, in Kryptowährungen zu investieren. 67,4 Prozent der Bürger besitzen keine Kryptowährungen und schließen einen Kauf auch für die Zukunft kategorisch aus. Besonders tief verläuft der Graben zwischen den Generationen und Geschlechtern. Während fast jeder fünfte Mann digitale Anlagen im Depot hält, ist es bei den Frauen nicht einmal jede dreizehnte. 

Ein hoch spekulatives Anlageprodukt 

Zudem bleiben Kryptos ein Phänomen der Jüngeren: Bei den 25- bis 34-Jährigen liegt die Besitzerquote bei immerhin 28,4 Prozent, wohingegen die Generation der Über-55-Jährigen mit dem Metier fast gar nichts anfangen kann. Wer jedoch Geld im Kryptomarkt angelegt hat, vertraut primär dem Platzhirsch: Drei Viertel der Krypto-Anleger halten Bitcoin, gefolgt von Ethereum mit gut einem Drittel und Solana mit gut einem Fünftel. Spekulative Memecoins wie Dogecoin spielen im Vergleich dazu nur eine untergeordnete Rolle. 

Nur eine kleine Minderheit von rund 5 Prozent sieht in Kryptowährungen einen verlässlichen Wertspeicher in Krisenzeiten. Stattdessen dominiert das Bewusstsein für das hohe Risiko: Für fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung (32,7 Prozent) sind Kryptowährungen in erster Linie ein hochspekulatives Produkt. Selbst unter den aktiven Krypto-Anlegern ordnen rund 38 Prozent ihr Engagement primär als reine Spekulation ein. Mehr als 40 Prozent der Gesamtbevölkerung und über 70 Prozent der aktiven Krypto-Investoren sind überzeugt, dass die Attraktivität von Krypto-Anlagen durch eine Abschaffung der Haltefrist drastisch sinken würde. 

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Frankfurt und München galten lange als gefährdet in Sachen Immobilienblasen. Eine neue Studie sieht die Lage nun deutlich entspannter. Dahinter stecken mehrere Gründe.

Time
2 Minuten

Es zeichnet sich ab, dass Haushalte in diesem Jahr fürs Heizen oft mehr bezahlen müssen als 2025. Wer mit Gas heizt, könnte erstaunlicherweise aber noch Glück haben. Eine neue Studie nennt Gründe.

Time
3 Minuten

Steigende Energiepreise belasten viele Haushalte. Doch gerade beim Heizen sehen Fachleute noch viel Sparpotenzial – Hunderte Euro bei Wohnungen, in Einfamilienhäusern noch mehr. So gelingt es.

Time
4 Minuten

Die Neuauflage des Tankrabatts soll Autofahrer kurzfristig entlasten, stößt aber auf Kritik. Verbraucherschützer und Sozialverbände fordern gezieltere Maßnahmen für Haushalte mit geringem Einkommen.

Time
2 Minuten

Erst wurde den Krankenkassen die Pflicht erlassen, bei einer Beitragserhöhung jeden Versicherten zu informieren. Doch es gab heftige Kritik. Nun reagiert der neue Minister.

Time
6 Minuten

Der niedrige Füllstand der Gasspeicher in Deutschland beunruhigt viele Menschen. Aber wie funktioniert eigentlich das System der Gasspeicher?

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026