Ihre-Vorsorge Logo

Privathaushalte: Geldvermögen auf Rekordhoch

Das Vermögen der Privathaushalte ist so groß wie nie. Die Menschen sparen und sparen und werden in der Summe immer reicher.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Finanzberater zeigt einem Paar am Bildschirm einige Charts. Bild: IMAGO / Panthermedia / Andrey Popov

© Nicht definiert

Frankfurt/Main (dpa). Die Menschen in Deutschland sind dank ihres Sparfleißes und gestiegener Aktienkurse in der Summe so vermögend wie nie. Auf den Rekordwert von 6.302 Milliarden Euro summierte sich das Geldvermögen in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen zum Ende des dritten Quartals 2019, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. Das war ein Anstieg um 67 Milliarden Euro oder 1,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Binnen eines Jahres erhöhte sich das Geldvermögen um 4,5 Prozent – trotz der Zinsflaute.

Zwar konnten sich Anleger 2019 über kräftige Kurssteigerungen freuen. Aktien und andere Wertpapiere verbuchten im dritten Quartal Zugewinne von 15 Milliarden Euro. „Den größten Anteil am Vermögensaufbau hatte aber erneut der Sparfleiß der Bürger“, stellten Ökonomen der DZ Bank jüngst fest.

Niedrigzins hat Kredite für den Wohnungsbau angekurbelt

Zugleich nutzen die Menschen die Niedrigzinsen, um sich billig Geld zu leihen, vor allem für den Wohnungsbau. Insgesamt erhöhten sich die Verbindlichkeiten der Privathaushalte im dritten Quartal nach Angaben der Bundesbank um etwa 25 Milliarden auf rund 1.861 Milliarden Euro.

Der Anstieg ist aus Sicht der Notenbank bislang kein Grund zur Sorge. Die Schuldenquote – Verbindlichkeiten im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt – sei mit 54,6 Prozent immer noch niedrig im Vergleich zu der Zeit um die Jahrtausendwende. Damals lag die Verschuldung der privaten Haushalte bei mehr als 70 Prozent. Netto, also nach Abzug von Schulden, stieg das Geldvermögen gegenüber dem Vorquartal um 41 Milliarden Euro auf rund 4.441 Milliarden Euro.

Sparer „parken“ ihre Geld trotz Zinsflaute auf Giro- und Tagesgeldkonten

Trotz der Zinsflaute lassen sich die Bürger nach Einschätzung der DZ Bank bei ihren Sparbemühungen nicht entmutigen. Weiterhin besonders beliebt sind unter anderem Bargeld und Geld auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Dafür gibt es in der Regel keine Zinsen mehr. Für besonders hohe Einlagen kassieren immer mehr Geldhäuser sogar Negativzinsen. Der Vorteil aus Sicht der Verbraucher: Die Bestände können relativ schnell umgeschichtet werden. Ende September 2019 steckten insgesamt rund 2.542 Milliarden Euro in Bankeinlagen oder wurden als Bargeld aufbewahrt, etwa 23 Milliarden kamen gegenüber dem Vorquartal hinzu.

Auch beliebt: Altersvorsorgeprodukte und Lebensversicherungen

Fast ebenso hoch auf der Beliebtheitsskala stehen Lebensversicherungen und andere Vorsorgeprodukte fürs Alter. Der Zuwachs der Ansprüche fiel mit 13 Milliarden auf rund 2.308 Milliarden Euro den Angaben zufolge aber etwas geringer aus als in den Vorquartalen. Der seit 2017 anhaltende Trend setze sich damit fort, erklärte die Notenbank. Insgesamt habe jedoch „die Präferenz für liquide oder als risikoarm empfundene Anlageformen“ weiter angehalten.

Deutsche sind immer noch börsenscheu

Zwar investierten Sparer rund 10 Milliarden Euro neu in börsennotierte Aktien und Anteile von Investmentfonds. Dennoch halten die sich als eher börsenscheu geltenden die Bundesbürger weiterhin zurück. Zum Ende des dritten Quartals steckten 667 Milliarden Euro in Aktien und sonstigen Anteilsrechten sowie 633 Milliarden in Investmentfonds.



Genaue Vermögensverteilung geht aus den Daten nicht hervor

Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus den Daten nicht hervor. Die Bundesbank berücksichtigt bei der Berechnung Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen – nicht jedoch Immobilien.

Nach einer Studie der Credit Suisse entfallen etwa 58 Prozent des Bruttovermögens der deutschen Privathaushalte auf Sachwerte wie Immobilien. In den vergangenen Jahren sind die Preise für Häuser und Wohnungen deutlich gestiegen. Nach Berechnungen der Schweizer Großbank summierte sich das Gesamtvermögen einschließlich Immobilien zuletzt auf 14,7 Billionen Dollar (rund 13,1 Billionen Euro).

Weitere Informationen

www.bundesbank.de: Zeitreihendatenbank
Bundesbank: Lange Reihe Geldvermögen

www.bundesbank.de: Pressemitteilung
Bundesbank: Geldvermögen 3. Quartal 2019

www.credit-suisse.com: Why wealth matters
Credit Suisse zu „Global Wealth Report 2019“

www.credit-suisse.com: Global Wealth Report 2019
Pressemitteilung der Credit Suisse

Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Die Sparneigung der Bundesbürger ist im September gestiegen. Konsumforscher führen dies vor allem auf die hohen Energiepreise zurück.

Time
4 Minuten

Wer Steuern hinterzogen hat, kann mit einer Selbstanzeige beim Finanzamt straffrei davonkommen. So funktioniert sie Schritt für Schritt.

Time
2 Minuten

Bargeld spielt in Deutschland traditionell eine große Rolle, doch Verbraucher zahlen immer öfter elektronisch oder per Karte, zeigt eine neue Studie. Andere Länder sind aber weit voraus.

Time
2 Minuten

Sprachkurs, Bewerbungsmappe oder doppelte Miete: Was alles zu den Werbungskosten zählt und wann sich die Ausgaben wirklich auszahlen. Experten-Tipps für die nächste Steuererklärung.

Time
3 Minuten

Frankfurt und München galten lange als gefährdet in Sachen Immobilienblasen. Eine neue Studie sieht die Lage nun deutlich entspannter. Dahinter stecken mehrere Gründe.

Time
2 Minuten

Es zeichnet sich ab, dass Haushalte in diesem Jahr fürs Heizen oft mehr bezahlen müssen als 2025. Wer mit Gas heizt, könnte erstaunlicherweise aber noch Glück haben. Eine neue Studie nennt Gründe.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026