Stuttgart (iv). Der Fondsanbieter DWS wird künftig auf bestimmte Werbeaussagen für sein Produkt DWS Invest ESG Climate Tech Fonds verzichten. DWS, eine Tochter der Deutschen Bank, reagiert mit seiner Unterlassungserklärung auf eine Klage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, die irreführende Werbeaussagen beanstandet hatte.
Hintergrund waren bestimmte, laut Verbraucherzentrale in der Branche typische, Werbeaussagen für angeblich nachhaltige Geldanlagen. So habe DWS seinen Fonds unter anderem damit beworben, Anleger würden mit ihrem Vermögen zu null Prozent in Unternehmen aus bestimmten kontroversen Sektoren wie „Kohle“ oder „Rüstungsgüter“ investieren. Diese Werbung ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale irreführend, weil nicht transparent erläutert werde, wie diese Angaben zustandekommen.
Auch die Aussage, die Fondsbestände würden 90 Prozent weniger CO2 erzeugen als die mehr als 2900 Unternehmen des Referenzwerts MSCI All Countries World, hält die Verbraucherzentrale für nicht nachvollziehbar.
„Greenwashing ist an der Tagesordnung”
„Bei Finanzprodukten ist Greenwashing an der Tagesordnung. Der Einfluss von als nachhaltig beworbenen Finanzprodukten auf die Förderung nachhaltiger Technologien und nachhaltiges Wirtschaften muss aber erst noch bewiesen werden. Vollmundige Werbeversprechen, die auf einem sehr eigenwilligen Verständnis der Kapitalmärkte beruhen, führen nicht zu mehr Nachhaltigkeit", sagt Niels Nauhauser, Abteilungsleiter Altersvorsorge, Banken, Kredite bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Die DWS steht seit längerem wegen ihrer Nachhaltigkeits-Produkte in der Kritik. Die Bürgerbewegung Finanzwende wirft DWS vor, Öko-Fonds in großem Stil mit Aktien von klimaschädlichen Konzernen bestückt zu haben.
