München (tö). Knapp elf Millionen Haushalte in Deutschland schaffen es nicht, ihre Rentenlücke im Alter mit eigenen Sparbeiträgen zu füllen. Dies geht aus einer neuen Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Dies treffe vor allem Geringverdiener und Alleinerziehende. Vor allem Menschen im unteren Viertel der Einkommenspyramide hätten rechnerisch keine Möglichkeit, zusätzlich vorzusorgen, heißt es in der Untersuchung.
Der Studie zufolge ist in vier von zehn Haushalten mit Personen im Erwerbsalter der finanzielle Spielraum sogar selbst dann zu klein, wenn sie ihr monatlich frei verfügbares Geld komplett für die zusätzliche Altersvorsorge ausgeben würden. Mögliche Zulagen, wie die staatlichen Zulagen für die Riester-Rente oder die inzwischen vorgeschriebenen Zuschüsse von Arbeitgebern für die betriebliche Altersversorgung sind in die Berechnung von Prognos allerdings nicht eingeflossen. Da die rasant gestiegenen Lebenshaltungskosten vor allem untere Einkommensgruppen belasten, werde deren Spielraum zum Sparen für die Altersvorsorge noch weiter eingeengt.
Versicherer für bessere Förderung von Geringverdienern
Der GDV setzt sich deshalb für eine bessere Förderung von Geringverdienern ein, besonders bei der Riester-Rente. Dies ist aber umstritten, weil die Kosten von Riester-Verträgen teilweise so hoch sein können, dass sie schlimmstenfalls die staatliche Förderung wieder auffressen. Ohnehin arbeitet die Bundesregierung derzeit an einer Reform der zusätzlichen Altersvorsorge.
In der Studie wird unterstellt, dass im Ruhestand jeder Mensch rund 55 Prozent seines letzten Nettoeinkommens benötigt. Die Stiftung Warentest ist in ihren Berechnungen hingegen schon davon ausgegangen, dass im Alter 80 Prozent des letzten Nettogehalts zur Verfügung stehen sollten. Der Abstand zwischen diesem individuell zu ermittelten Geldbedarf und des zu erwartenden Alterseinkommens gilt als Rentenlücke.
