München (tö). Ausländische Banken, die weit überdurchschnittliche Zinsen von bis zu fünf Prozent für Festgeld zahlen, bieten oft einen unzureichenden Schutz für das angelegte Geld. Darauf hat das Finanzportal „Finanztip.de“ aufmerksam gemacht. Auch die Stiftung Warentest warnt vor Banken mit unzureichender Einlagensicherung, deren Produkte Anlegerinnen und Anleger im Internet über Zinsplattformen wie Check24, Weltsparen oder Zinspilot abschließen können.
Top-Anbieter mit guter oder sehr guter Einlagensicherung bieten derzeit Zinsen für Festgeld von um die vier Prozent, darunter sind auch einige deutsche Banken, die höchste Sicherheit für das Ersparte bieten. Wer auf Plattformen wie Weltsparen oder Check24 nach Top-Angeboten sucht, findet jedoch auch zum Beispiel die Offerte einer italienischen Bank, die fünf Prozent Zinsen für eine Festgeldanlage von zehn Jahren bietet. Oder etwa Angebote mit um die 4,5 Prozent Zinsen von Banken aus Griechenland, Litauen, Bulgarien und Italien.
Hohe Zinsen - wirtschaftlich schwaches Land?
Das Ersparte ist in solchen Ländern jedoch „nicht ausreichend abgesichert“, warnt „Finanztip“. Zwar hat man auch in solchen Ländern Anspruch auf eine Entschädigung, wenn die Bank pleitegeht. Für die Auszahlung ist jedoch stets ein Entschädigungsfonds im jeweiligen Land zuständig. „Kommt es zu einer schweren Bankenkrise, kann es sein, dass das Geld des Fonds nicht reicht“, so „Finanztip“. Können dann auch die übrigen Banken des Landes nicht aushelfen, bleibt als Rettung nur noch der Staat, in dem die Krisenbank sitzt. Dafür muss das Land jedoch wirtschaftlich stark sein – und das ist gerade in Ländern mit Banken, die mit weit überdurchschnittlichen Zinsen locken, oft nicht ausreichend der Fall. Zu diesen Ländern zählt die Stiftung Warentest zum Beispiel auch Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien oder Polen.
Auch die Warentester nehmen bei ihren Zinsvergleichen nur Angebote auf, „bei denen eine ausreichende Einlagensicherung für den Pleitefall gewährleistet ist.“ So berücksichtigt die Stiftung nur Banken aus wirtschaftsstarken europäischen Staaten wie etwa Deutschland, Niederlande, Österreich, Luxemburg, Frankreich, Schweden, Norwegen und Großbritannien. „Die Einlagensicherung dieser Länder hat sich in Krisen bewährt oder scheint nach den Erfahrungen der Vergangenheit auch für eine größere Bankenpleite gerüstet“, heißt es bei den Warentestern.
Darauf sollten Sparer bei Angeboten aus dem Ausland achten
Worauf Sparer bei Angeboten aus dem Ausland besonders achten sollten:
- Eine Sicherung von 100 000 Euro Spargeld pro Kunde sollte das Minimum sein. Wer wissen will, wie das Geld geschützt ist, kann dies mit Hilfe eines kostenlosen Rechners von Stiftung Warentest leicht herausfinden.
- Banken im Ausland führen laut „Finanztip“ Steuern nicht automatisch Steuern ab, auch ein Freistellungsauftrag ist nicht möglich. Anleger müssen deshalb ihre Zinseinkünfte selbst in der Anlage KAP angeben.
- Anleger sollten auch darauf achten, ob die Zinsgutschrift komplett am Ende der Laufzeit erfolgt, oder Zinsen jährlich gutgeschrieben werden und damit wiederverzinst werden können. Angebote mit Zinsansammlung haben gleich zwei Nachteile: Anleger profitieren nicht vom Zinseszinseffekt, und der Sparerpauschbetrag von 1000 Euro pro Person im Jahr ist schneller überschritten.
- www.test.de/Festgeldvergleich-Die-besten-Zinsen-4196084-0/
- www.test.de/Einlagensicherung-Wo-Spargeld-in-Europa-gut-gesichert-ist-5757592-0/
- www.ihre-vorsorge.de/finanzen/allgemein-finanzen/die-5-groessten-zinsfallen-der-banken
- www.ihre-vorsorge.de/altersvorsorge/allgemein-altersvorsorge/so-sicher-ist-ihre-altersvorsorge
- www.ihre-vorsorge.de/finanzen/allgemein-finanzen/wie-anleger-steuern-sparen-koennen
