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Wie Sparer von steigenden Zinsen profitieren können

Auch Sparkassen und Volksbanken locken mit neuen Festgeldangeboten. Anleger sollten aber auf Laufzeiten achten.

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Weißes Sparschwein mit mehreren Geldscheinen im Schlitz.

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München (tö). Immer mehr Kreditinstitute zahlen wieder Zinsen für Sparanlagen. Darunter sind auch verstärkt Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken. Gleichzeitig sind die Angebote in den vergangenen Wochen deutlich attraktiver geworden. Das zeigen zwei neue Analysen des Verbraucherportals biallo.de. Wer von einem möglichen weiteren Zinsanstieg profitieren will, sollte sein Geld jedoch nicht zu lange festlegen. Was Anlageexperten Sparerinnen und Sparern raten – ein Überblick.

Tagesgeld

Geld auf Tagesgeldkonten ist täglich verfügbar, dafür sind die Zinsen deutlich niedriger als bei Festgeldanlagen oder Sparbriefen. Auf einem Tagesgeldkonto sollte deshalb in der Regel nicht mehr als eine Notreserve für größere Anschaffungen oder Reparaturen liegen, empfohlen werden meist zwei bis drei Monats-Nettogehälter.

  • Im Durchschnitt gibt es laut biallo.de für Tagesgeldkonten nur 0,12 Prozent Zinsen (Stand: 8.8.2022).
  • Die besten Anbieter mit deutscher Einlagensicherung zahlen Neukunden 0,50 Prozent Zinsen, aber nur für sechs Monate.
  • Bestandskunden bekommen bei den Top-Anbietern mit guter Einlagensicherung 0,30 Prozent Zinsen.

Festgeld

Bei Festgeld vertraut man einer Bank sein Erspartes für eine bestimmte Laufzeit an und erhält dafür vorher fest vereinbarte Zinsen. Die Vorteile: Sie wissen genau, mit welchen Erträgen zu rechnen ist, und die Zinsen sind deutlich höher als für Tagesgeld.Die Zinsen können aber die aktuelle Inflationsrate von im Juli voraussichtlich 7,5 Prozent nicht ausgleichen.

  • Im August zahlten Banken für Festgeld mit einer Laufzeit von zwei Jahren durchschnittlich 0,51 Prozent, bei einer Laufzeit von einem Jahr 0,44 Prozent.
  • Einige Banken mit der bestmöglichen deutschen Einlagensicherung bieten für einjähriges Festgeld aber bereits wieder 1,0 Prozent Zinsen.
  • Bei zwei Jahren Laufzeit sind bei deutschen Anbietern 1,3 bis 1,4 Prozent drin.
Den Analysen von biallo.de zufolge zahlt bereits wieder jede zweite Sparkasse und jede dritte Genossenschaftsbank Zinsen fürs Festgeld, wenn auch in einer Höhe, die deutlich unter den Topangeboten liegt.

Einlagensicherung

Ausländische Institute rücken für Festgeld oft mehr als deutsche Geldhäuser heraus. Nicht selten ist das Ersparte dann aber bei einer Bankpleite weniger gut geschützt. Die Stiftung Warentest empfiehlt Kunden, nicht mehr als die durch die EU-Einlagensicherung gesicherten 100. 000 Euro pro Person anzulegen, das aber nur bei Banken in Ländern mit sehr guter Wirtschaftskraft, also Staaten, die bei einer Bankenpleite notfalls einspringen und den Sparern ihr Geld zurückzahlen.

Laufzeiten

Wer sein Festgeld zu lange anlegt, zum Beispiel drei Jahre oder vier Jahre, hat nichts davon, wenn die Zinsen in naher Zukunft höher klettern. Eine Wiederanlage ist ja normalerweise dann auch erst nach drei oder vier Jahren möglich.

Empfohlen wird deshalb immer wieder, die Laufzeiten zu staffeln. Sparer können zum Beispiel ein Drittel für sechs Monate, ein weiteres für ein Jahr und das letzte Drittel für zwei Jahre anlegen. Dann können sie jeweils mit einem Teil des Geldes umsteigen und von besseren Konditionen profitieren, sollten die Zinsen wie erwartet weiter steigen.

Eine Voraussetzung dafür: Sie kümmern sich rechtzeitig um die Kündigung Ihres Festgelds. Sonst kann es passieren, dass die Bank das Geld einfach sofort wieder neu mit der gleichen Laufzeit wie vorher mit schlimmstenfalls geringeren Zinsen anlegt. In der Regel fragen die Geldinstitute aber ihre Kunden vorher, was sie mit dem Geld in Zukunft tun wollen.


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