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50.000 Menschen erkranken jährlich an antibiotikaresistenten Erregern

Gefährliche Bakterien, gegen die kaum ein Mittel hilft, zirkulieren besonders oft in Krankenhäusern. Dabei steht Deutschland vergleichsweise gut da.

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Schwester am Krankenbett einer Patientin. Bild: IMAGO / agefotostock

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Berlin (dpa). Jedes Jahr erkranken nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) etwa 50.000 Menschen in Deutschland an antibiotikaresistenten Erregern. „Davon sind circa zwei Drittel im Krankenhaus erworbene Erkrankungen“, sagte Tim Eckmanns, Leiter der Surveillance von Antibiotikaresistenz beim RKI, am Donnerstag. Etwa 2500 Todesfälle gebe es jedes Jahr.

Gerade in Krankenhäusern zirkulieren oft Bakterien, gegen die kaum ein Antibiotikum mehr wirkt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in wachsenden Resistenzen eine große Gefahr. Von Antibiotika-Resistenz sprechen Experten, wenn Patienten auf ein Antibiotikum nicht reagieren, das heißt, wenn die krankmachenden Bakterien durch das Antibiotikum nicht vernichtet werden.

Gegen Viren wirkungslos

Nur die Hälfte der Europäer weiß einer Umfrage zufolge, dass Antibiotika keine Viren töten sondern nur gegen bakterielle Infektionen wirken. Laut einer Eurobarometer-Befragung glauben 39 Prozent der Europäer, dass Antibiotika gegen Viren helfen und 11 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gaben an, keine Antwort auf diese Frage zu kennen.

Gleichzeitig nutzten 2021 nur noch 23 Prozent der Europäer Antibiotika – der niedrigste Wert seit 2009. Deutschland gehörte mit 15 Prozent zu den Ländern mit einer besonders niedrigen Rate.

Deutschland schneidet vergleichsweise gut ab

Anders als befürchtet habe die Corona-Pandemie die Situation in Deutschland nicht verschlechtert, sagte Eckmanns. „Das ist in anderen Ländern völlig anders und da sehen wir auch einen deutlichen Anstieg von Resistenzen, zum Beispiel auch in den USA.“ Das sei auf ein gutes klinisches Management in der Pandemie in Deutschland zurückzuführen.

Generell stehe Deutschland zurzeit gut da. Bis auf zwei resistente Erreger „steigt im Moment gar nichts in Deutschland an“, sagte Eckmanns. Dafür sei aber eine „Daueranstrengung“ nötig. Neben Hygienemaßnahmen und dem umsichtigen Einsatz von Antibiotika brauche es in Zukunft auch neue Medikamente. Das „Problem Antibiotikaresistenz“ werde man nicht irgendwann los, sagte Eckmanns. „Das ist nicht eine Pandemie, die irgendwann enden wird.“

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