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Ärzte: Feinstaub und Lärm steigern Risiko für Herzprobleme

Umwelt-Faktoren sind Teil unseres Alltags und können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Was die Deutsche Herzstiftung rät und was Experten sagen.

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Ärzte: Feinstaub und Lärm steigern Risiko für Herzprobleme

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Berlin (dpa/tmn). Feinstaub einatmen, nachts Verkehrslärm hören oder anhaltender Hitze ausgesetzt sein: Solche Umweltbelastungen können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen und bestehende Beschwerden verschärfen. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung hin. 

Diese Belastungen nennt der Mainzer Kardiologe und Umweltmediziner Prof. Thomas Münzel die „heimlichen Akteure der Herzmedizin“. Dem Stress aus der Umwelt könne sich kaum jemand entziehen. Warum ist Umweltstress so schädlich? Und was kann man tun, um ihn zu reduzieren?

Warum Lärm aufs Herz geht

Verkehrslärm erhöht die Ausschüttung von Stresshormonen, erklärt die Herzstiftung. Schlafstörungen, steigender Blutdruck und Entzündungen können folgen. Geschädigt werde dabei auch die innere Zellschicht der Blutgefäße.

Besonders problematisch sei das Zusammenspiel von Lärm und verschmutzter Luft: Beide können sich in ihrer schädlichen Wirkung verstärken. „Das betrifft uns ungefähr so, als würden wir alle rauchen“, so der Kardiologe Prof. Thomas Lüscher vom Imperial College London über die Belastung durch Lärm und Luftverschmutzung im Stiftungs-Magazin „Herz heute“ (aktuelle Ausgabe).

Eine 2023 veröffentlichte Studie, auf die die Herzstiftung verweist, fand bei Menschen mit hoher Belastung durch beides ein fast dreifach höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Schlaganfall oder Herzinfarkt im Vergleich zu Personen mit niedriger Belastung. Auch Feinstaub und andere Luftschadstoffe gelten als relevante Belastungsfaktoren für Herz und Kreislauf. Extreme Hitze kann den Kreislauf zusätzlich beanspruchen, so die Herzstiftung. 

Was lässt sich im Alltag tun?

Das raten die Experten der Deutschen Herzstiftung:

  • An Tagen mit hoher Schadstoffbelastung: anstrengende Bewegung im Freien möglichst reduzieren oder auf einen anderen Zeitpunkt beziehungsweise nach drinnen verlegen.
  • In einer Stadt mit viel Autoverkehr: nicht entlang intensiv befahrener Straßen joggen oder Rad fahren, sondern eher in Parks oder Grüngürtel ausweichen; möglichst weit weg von der Bordsteinkante gehen, weil sich mit dem Abstand zu den Abgasen die Belastung exponentiell verringert.
  • Feinstaub in Innenräumen begrenzen: Holz- und Pelletöfen möglichst sparsam nutzen, da sie eine Quelle für Feinstaub sein können.
  • Nächtlichen Lärm mindern: wenn es die Wohnsituation erlaubt, mit geschlossenen Schallschutzfenstern schlafen. Ohrstöpsel können eine weitere Möglichkeit sein.

Fazit: Die individuellen Risikofaktoren wie Cholesterin, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Übergewicht bleiben zentral. Doch „Umwelteinflüsse wie Feinstaub, Lärm, Hitze und Umweltgifte können das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, deutlich erhöhen oder eine bestehende Erkrankung zusätzlich befeuern“, so der Kardiologe und „Herz heute“-Chefredakteur Prof. Thomas Meinertz.

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