Ihre-Vorsorge Logo

Arbeiten mit Rheuma

Von der Anpassung des Arbeitsplatzes bis zu neuen Positionen im Unternehmen: Es gibt viele Optionen für Rheumatiker, um im Job zu bleiben.

Artikel vorlesen

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlicht

Älterer Handwerker arbeitet in Metall-Werkstatt an Maschine. Bild: IMAGO / agefotostock / photography33

© Nicht definiert

Bonn (dpa/tmn). Schmerzen, Entzündungsschübe in den Gelenken und Erschöpfung: Rheumatiker müssen damit in ihrem Alltag zurechtkommen. Das wirkt sich häufig auch auf den Job aus. Seinen Beruf deshalb zwangsläufig an den Nagel hängen, muss man aber keineswegs.

Arbeitgeber sind verpflichtet, die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen

Oft könne der Arbeitsplatz so umgestaltet werden, dass man seine berufliche Tätigkeit weiterhin ausüben kann, erklärt Marion Rink vom Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband in Bonn.

Arbeitgeber sind sogar gesetzlich verpflichtet, im Rahmen ihrer betrieblichen Möglichkeiten kranken Beschäftigten die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.

Wer etwa im Büro arbeitet und an einer in den Finger- und Handgelenken auftretenden Rheumatoiden Arthritis leidet, dem kann eine besondere Computertastatur samt Maus helfen.

Bei rheumatischen Beschwerden frühzeitig mit dem Vorgesetzten reden

Arbeitnehmer mit rheumatischen Beschwerden sollten so früh wie möglich das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten suchen, rät Anette Wahl-Wachendorf vom Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).

Dabei ist selbstbewusstes Auftreten wichtig. Sie rät, im Gespräch auf die eigenen Stärken hinzuweisen und gleichzeitig auf berufliche Reha-Möglichkeiten aufmerksam zu machen.

Arbeitgeber werden bei integrativen Investitionen gefördert

Mitunter sind betriebsgebundene Umbauten wie Auffahrrampen, automatische Türen, Treppenlifte oder barrierefreie Sanitäranlagen nötig, damit ein Arbeitnehmer weiterhin seinen Job machen kann.

Oft werden Arbeitgebern für solche Investitionen vom Integrationsamt der jeweiligen Kommune Zuschüsse und Darlehen bewilligt, so Rink.

Ansprechstellen für Rheumatiker

Für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sind unter anderem die Rentenversicherung, die gesetzliche Krankenversicherung, die gesetzliche Unfallversicherung, die Bundesagentur für Arbeit oder die Träger der Sozialhilfe zuständig.

Diese sogenannten Reha-Träger haben in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Ansprechstellen für Rehabilitation eingerichtet.

Rheumatiker können sich dort oder auch in den Landesverbänden der Rheuma-Liga beraten lassen.

Rheumatiker können beispielsweise Zuschüsse beantragen, wenn sie dauerhaft ein Auto brauchen, um ihre Arbeitsstätte zu erreichen – und es erst gekauft oder behindertengerecht umgebaut werden muss.

Rheuma betrifft nicht nur Ältere

Auch viele Jüngere leiden darunter. Nach Schätzungen der Deutschen Rheuma-Liga gibt es bundesweit 17 Millionen Erkrankte – viele von ihnen stehen mitten im Berufsleben. Welche Grenzen sind ihnen gesetzt?

„Generell sind nahezu alle Berufe für Rheumatiker geeignet“, sagt Wahl-Wachendorf. Oft sind innerbetriebliche Veränderungen möglich, um die Arbeit zu erleichtern.

Idealerweise kann die Tätigkeit möglichst in wechselnden Körperhaltungen ausgeübt werden, also sitzend, stehend oder gehend. So bleiben die Gelenke in Bewegung – das tut ihnen gut.

Wenig förderlich sind Kälte, Erschütterungen am Arbeitsplatz – etwa als Arbeiter auf einer Baustelle – oder das Heben von Lasten.

Wenn der betriebsinterne Wechsel nicht klappt: Weiterbildung oder Umschulung

Wenn eine Tätigkeit nicht mehr möglich ist, können Beschäftigte oft auf einen anderen Arbeitsplatz innerhalb der Firma wechseln. So kann etwa die Arzthelferin, die ihre Finger nicht mehr so gut bewegen kann und daher Probleme beim Blutabnehmen hat, am Empfang arbeiten. Oder der Heizungsbauer, der keine schweren Rohre mehr tragen kann, kümmert sich um den Kundendienst.

Allerdings klappt so ein betriebsinterner Wechsel nicht immer. In solchen Fällen kommt gegebenenfalls eine Weiterbildung oder eine Umschulung infrage.

Mit einer Weiterbildung etwa kann sich ein Bäcker kaufmännische Fähigkeiten aneignen, so dass er in einem Unternehmen seiner Branche im Büro arbeiten kann.

Mit einer Umschulung bereitet man sich auf ein völlig neues Tätigkeitsfeld vor. „Sowohl Weiterbildung als auch Umschulung werden von der Rentenversicherung oder von der Arbeitsagentur genehmigt und finanziert“, erklärt Rink.

Angebote und Selbsthilfe für Rheumatiker

Wer aus gesundheitlichen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt ist, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.

„Aber in vielen Fällen sind Betroffene in der Lage, mithilfe von Medikamenten und gelenkschonender Bewegung in ihrer Freizeit ihre Erkrankung gut in den Griff zu bekommen“, sagt Sigrun Rich von der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg.

„Für Rheumatiker werden von Vereinen häufig spezielle Bewegungsprogramme angeboten“, erklärt Rich. Auch Sportarten wie Wassergymnastik oder Walken sind zu empfehlen.

In Selbsthilfegruppen kann man von den Erfahrungen anderer profitieren – und sieht: Man ist mit seinem Schicksal nicht allein.


Weitere Artikel

Time
5 Minuten

Wenn der Partner oder die Kollegin zusammenbricht, kommt es auf jede Sekunde an. Doch viele sind in Sachen Wiederbelebung unsicher. Welche Folgen das hat – und welche Hoffnung auf der Jugend ruht.

Time
3 Minuten

Luft anhalten, Kopfstand turnen, sich erschrecken lassen: Es gibt einiges, das Schluckauf in die Flucht schlagen soll. Experten erklären, wie das Hicksen entsteht, und was alle Tipps gemeinsam haben.

Time
2 Minuten

In Frankfurt treffen sich ab Mittwoch rund 1000 Altersmediziner und Altersforscher. Ein Thema des Kongresses ist die Suche nach dem ewigen Leben.

Time
2 Minuten

Lungenkrebs-Screening für Raucher, Früherkennung für Brust und Darm: Mehr als eine halbe Million Menschen erkrankt jährlich an Krebs. Was man tun kann und was sich für Versicherte geändert hat.

Time
4 Minuten

Die Krankenkasse kündigt eine Prüfung durch den Medizinischen Dienst an? Das kann Krankengeld und sogar den Job kosten. Was Arbeitnehmer wissen sollten.

Time
2 Minuten

Wer betreut die im Haushalt lebenden Kinder während einer Reha-Maßnahme? Die Deutsche Rentenversicherung kann helfen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026