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Brauchen ältere Menschen Nahrungsergänzungsmittel?

Nierensteine durch zu viel Vitamin D, verfälschte Laborwerte und verstecktes Natrium: Welche Probleme eine Verbraucherschützerin für Senioren sieht – und mit welchen Alternativen man besser fährt.

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Brauchen ältere Menschen Nahrungsergänzungsmittel?

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Düsseldorf (dpa/tmn). „Mehr Energie“, „Besseres Gedächtnis“, „Straffere Haut“, „Mehr Vitalität“, „Linderung von Gelenkschmerzen“: Werbebotschaften wie diese preisen Nahrungsergänzungen als einfache Lösungen an, die gerade für ältere Menschen verlockend wirken. „Doch Nahrungsergänzungsmittel sind keine Wundermittel“, warnt die Verbraucherzentrale NRW.

Die größte Gefahr bei der Einnahme sei die unkontrollierte Dosierung. „Denn mehr ist nicht besser“, sagt Angela Clausen. Die Ökotrophologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale nennt drei Beispiele für Risiken, die mit der Einnahme einhergehen können.

Was durch unkontrollierte Dosierung passieren kann

1. Gerade bei fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin D könne eine Überdosierung zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. „Zu viel Vitamin D kann den Kalziumspiegel im Blut erhöhen, was zu Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Muskelschwäche führen kann“, so Clausen. In extremen Fällen könnten sich Nierensteine bilden oder sogar schwere Nierenschäden auftreten. 

2. Auch die Einnahme von Brausetabletten ist für manche Menschen mit Risiken verbunden: „Sie enthalten häufig größere Mengen verstecktes Natrium, also einen Salz-Bestandteil, der bei Menschen mit Bluthochdruck diesen zusätzlich erhöhen kann“, klärt Clausen auf. 

3. Besonders kritisch seien mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten. Angela Clausen: „Das gilt ganz besonders für Nahrungsergänzungsmittel mit pflanzlichen Zutaten. Auch Laborwerte können verfälscht werden, so beeinflusst beispielsweise die Einnahme von Biotin einen Biomarker für Herzinfarkt.“

Besser am Lebensstil und an der Ernährung arbeiten

Statt allerlei Nahrungsergänzungsmittel zu schlucken und auf Wunder zu hoffen, sei das Gegenteil ratsam: In den meisten Fällen reichen aus Clausens Sicht ein aktiver Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, ausreichend Schlaf, Krafttraining gegen Muskelabbau und viel Zeit an der frischen Luft sowie eine ausgewogene Ernährung aus, um den Nährstoffbedarf zu decken. 

  • So sei Kalzium vor allem in Milch und Milchprodukten sowie in kalziumreichen Mineralwässern enthalten.
  • Vitamin B12 findet sich fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln.
  • Jod steckt hauptsächlich in Seefisch und jodiertem Speisesalz.
  • Vitamin B6 liefern Vollkornprodukte, Fleisch, Fisch und verschiedene Nüsse.
  • Folsäure ist reichlich in grünem Gemüse, Orangen, Tomaten, Vollkornprodukten und Erdnüssen enthalten.
  • Vitamin D bildet der Körper durch Sonnenlicht selbst, ergänzt durch fetten Fisch, Eigelb und bestimmte Pilze. Wer wenig Zeit im Freien verbringt, sollte den Vitamin-D-Spiegel ärztlich kontrollieren lassen.
  • Wichtig ist die Aufnahme von genügend Eiweiß. Ab 65 Jahren steigt der tägliche Bedarf laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung von 0,8 auf etwa 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Hülsenfrüchte wie Soja, Linsen und Erbsen sowie Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier sind proteinreich.

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