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Depressionen: In dunklen Gefühlen gefangen

Erste Anzeichen sind Antriebslosigkeit und der Verlust an Lebensfreude. Eine Psychotherapie kann helfen.

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Junge traurige Frau schaut aus dem Fenster. Bild: IMAGO / Andreas Krone

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Aus negativen Gefühlen nicht mehr herausfinden, keinerlei Antrieb haben – das sind Anzeichen für eine depressive Erkrankung. „Bei einer Depression sind die Patienten immer traurig und können keine Freude mehr an Situationen erleben“, erklärt Roberto Goya-Maldonado, der sich an der Universität Göttingen mit neuen Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Depressionen beschäftigt. „Sie haben auch manchmal Schwierigkeiten zu schlafen, zu essen.“

Die Ursache der Krise liegt oft in den Lebensumständen

Um eine Depression festzustellen, beurteilen die Ärzte und Therapeuten die Symptome des betroffenen Menschen nach einem festgelegten Schema. „Ich sehe es kritisch, dass man bei der Diagnose die Lebensumstände nicht mehr berücksichtigt“, sagt der Berliner Psychotherapeut und Psychiater Jan Kalbitzer. Wichtig sei, unter welchen Umständen sich die Krise entwickelt habe, „um eine individuelle Lösung zu finden und nicht nach Schema F zu behandeln“.

Krisen, körperliche Infekte, Gene: Depressionen können viele Auslöser haben

So sind Depressionen in ihren Auswirkungen sehr heterogen. Und sie können verschiedene Auslöser haben. Tritt die Erkrankung ohne klar ersichtlichen äußeren Grund auf, kann sie auch vorwiegend genetisch bedingt sein und durch neurobiologische Veränderungen im Gehirn entstehen. Auch körperliche Infekte können sie auslösen.

„Auf der anderen Seite gibt es Depressionen aufgrund von lang anhaltendem Stress oder Traumata, die man erlebt hat: bedrohliche Lebensereignisse, die so einschneidend waren, dass man längerfristig immer wieder Angst hat“, erläutert Kalbitzer.

Wenn die Psychotherapie allein nicht hilft

Wie man eine Depression behandelt, hängt davon ab, wie schwerwiegend sie ist. Grundsätzlich sei eine Psychotherapie angeraten. „Aber bei schweren Depressionen hilft sie nicht alleine. Da braucht es meistens Psychotherapie und Medikamente“, so Kalbitzer.

Für Menschen, deren Situation sich auch dadurch nicht verbessert, forscht Goya-Maldonado in Göttingen derzeit an zwei Ansätzen: Zum einen untersucht sein Team die Wirkung eines speziellen Antibiotikums. Zudem wird getestet, ob eine Magnetstimulation des betroffenen Bereichs im Gehirn depressive Symptome verringert.

Prävention durch Förderung von sozialer Gemeinschaft

Um Depressionen vorzubeugen, die von äußeren Faktoren ausgelöst werden, fordert Kalbitzer: „Wir müssen in der Psychiatrie umdenken und viel präventiver arbeiten. Dazu ist es wichtig, dass Menschen zum Psychiater ähnlich wie zum Hausarzt gehen, wenn sie längere Zeit Stress haben – weil diese Krankheit, wenn sie durch Stress entsteht, verhindert werden, beziehungsweise das Risiko vermindert werden kann.“

Aber nicht nur Ärzte und Therapeuten können präventiv wirken: „Jede Form von sozialem Umfeld, wo man aufeinander achten kann, hilft. Das können analoge und digitale Gemeinschaften sein. Gemeinschaften, die aufeinander achten und in denen sich Menschen engagieren, müssen viel mehr gefördert werden.“

Weitere Informationen

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet Betroffenen und Angehörigen verschiedene Informations- und Hilfsangebote, unter anderem das Info-Telefon Depression:

  • Rufnummer: 0800 33 44 533
  • Sprechzeiten: Mo, Di, Do 13 – 17 Uhr, Mi + Fr 8.30 – 12.30 Uhr
www.deutsche-depressionshilfe.de: Was ist eine Depression
Stiftung Deutsche Depressionshilfe: Was ist eine Depression?

www.rki.de
RKi-Themenheft: Depressive Erkrankungen

www.deutsche-depressionshilfe.de: Angebote
Stiftung Deutsche Depressionshilfe: Angebote für Betroffene und Angehörige


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