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Diabetes-Experten warnen vor "Wundermitteln" im Netz

Fake-Videos mit Promis, dubiose Mikronadelpflaster, keine Rückerstattung: Wie unseriöse Shops auf Kosten von Diabetes-Patienten abkassieren. Worauf Verbraucher unbedingt achten sollten.

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Frauenhand nimmt eine Kapsel aus einem Haufen Tabletten, Pillen und Kapseln auf einem Glastisch. Bild: IMAGO / Panthermedia / Antonio Guillem

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Stuttgart (dpa/tmn). Im Netz stößt man zunehmend auf aggressive Werbung mit wundersamen Versprechungen gegen Diabetes-Leiden: Mikronadelpflaster zur Blutzuckerregulierung ("natürliche GLP-1-Lösungen"), die angeblich Blutzucker und Gewicht senken oder auch “nichtinvasive” Blutzuckermessgeräte. “Hinter diesen Produkten stecken aber oft Anbieter ohne Zulassung oder medizinischen Nachweis – und in vielen Fällen mit gefälschten Logos, ohne Rücksendeadresse oder rechtskonformes Impressum”, warnen vier führende Diabetes-Verbände jetzt gemeinsam vor betrügerischen Angeboten. 

Oft seien in diesem Zusammenhang auch Deep-Fake-Werbevideos zu finden, bei denen Prominenten etwas in den Mund gelegt wird, das sie nie gesagt haben. In einigen Fällen erwecken auch Webseiten den Eindruck, von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) oder anderen seriösen Organisationen wie der Diabetes-Hilfe betrieben zu werden. Als einen klaren Täuschungsversuch wertet DDG-Präsidentin Julia Szendrödi das und erklärt: “Als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft verkaufen oder empfehlen wir keine Produkte.” 

Oft gar keine Lieferung oder minderwertige Produkte

Was Szendrödi als besonders perfide hervorhebt: Viele Betroffene berichteten, dass sie nach der Bestellung von Produkten entweder gar keine Lieferung oder aber minderwertige Geräte wie einfache Pulsoximeter ohne diabetologischen Nutzen erhalten hätten. Die Anbieter agierten häufig anonym aus dem Ausland heraus, ohne Impressum oder Rücksendeadresse. Eine Rückerstattung oder Reklamation sei in der Regel nicht möglich. 

In den Praxen steige wegen der betrügerischen Angebote der Beratungsbedarf, erklärt Toralf Schwarz vom Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND). “Patientinnen und Patienten wenden sich immer häufiger mit Fragen zu Produkten, die sie online gesehen oder sogar bestellt haben, an ihre Ärztinnen und Ärzte.” In den Praxen müsse aus diesem Grund viel Zeit investiert werden, Fehlinformationen zu korrigieren, statt sich um die gesundheitlichen Belange der Patientinnen und Patienten zu kümmern.

Diabetes-Organisationen weisen auf 3 Warnzeichen hin: 

  1. Warnzeichen Wundermittel: Versprechen Produkte eine schnelle, einfache Heilung oder Wirkung ohne Nebenwirkungen wie “natürliche Alternative” oder Methoden wie Mikronadelpflaster, sollte man misstrauisch werden - auch und gerade bei auffällig beworbenen Internet-Angeboten.
  2. Warnzeichen falsche Logos oder vermeintliche Expertenzitate: Medizinische Fachgesellschaften verkaufen weder Produkte noch empfehlen sie welche.
  3. Warnzeichen fehlendes Impressum, fehlende Rücksendeadresse oder Kontaktmöglichkeit: In diesen Fällen sollte man von einem Kauf absehen.

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