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Diabetes-Patienten doppelt von Corona belastet

Menschen mit Diabetes benötigen eine engmaschige Betreuung. In Corona-Hochphasen wird die Regelversorgung in Kliniken jedoch schwierig.

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Düsseldorf (dpa). Die Corona-Pandemie stellt für die Millionen Diabetes-Patienten nach Experteneinschätzung eine doppelte Belastung dar. „Das eine ist ein höheres Risiko für einen schlechteren Verlauf einer Corona-Infektion. Andererseits kann es in den Extremphasen der Pandemie zu einem eingeschränkten Zugang zur Regelversorgung kommen“, sagte der wissenschaftliche Geschäftsführer und Vorstand des Deutschen Diabetes-Zentrums, Michael Roden, der dpa.

„Wenn man Diabetes hat, ist das Risiko, einen schweren Covid-Verlauf zu haben oder an Covid zu versterben, deutlich höher“, betonte er mit Verweis auf internationale Studien vor dem Weltdiabetestag am 14.11. Ein 35-jähriger Mensch mit Diabetes, erheblichem Übergewicht und Diabetesfolgen besitze etwa dasselbe Risiko für einen schweren Covid-Verlauf wie ein gesunder Mensch mit 65 Jahren. Diabetes und weitere Risikofaktoren höben daher die Gefahr einer schweren Covid-Erkrankung um etwa 30 Jahre an, so Roden.

Regeltermine in Kliniken fallen bei Engpässen aus

Zu den Folgen der Notfall-Mechanismen der Krankenhäuser, planbare Behandlungen von Patienten wegen vieler Covid-Patienten zu verschieben, lägen dem Diabetes-Zentrum zwar keine Daten vor. Aus der Praxis wisse man aber, dass Kliniken in der Ambulanz zeitweise keine Patienten annehmen konnten und dass Regeltermine über längere Zeit ausfallen können. Diabetiker, die normalerweise von engen Kontrollen profitierten, könnten dann nicht mehr so engmaschig betreut werden.

Auch die Behandlung einer Covid-Erkrankung auf der Intensivstation könne wegen der Wirkung der Medikamente auf den Stoffwechsel zur Folge haben, dass sich die sogenannte Diabeteseinstellung eines Patienten verschlechtere. Roden, der Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf ist, sieht aber auch in der Pandemie keine Versorgungsengpässe mit Insulin in Deutschland. „Mir ist kein relevanter Engpass bekannt, unsere Patienten kommen zu ihrem Insulin“, unterstrich Roden.


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