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Dritte Dosis gegen Corona? Stiko bleibt zögerlich

Israel bietet Senioren einen dritten Piks gegen Covid-19 an. Auch in Deutschland sprechen sich manche Fachleute dafür aus.

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Arzt mit Spritze klebt Pflaster auf Oberarm von Patient. Bild: IMAGO / photothek / Ute Grabowsky

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Berlin (dpa). Nach der Entscheidung Israels zu Auffrischimpfungen gegen Corona für ältere Menschen sieht die Ständige Impfkommission (Stiko) noch nicht die nötigen Daten für eine solche Empfehlung in Deutschland. Es sei aber eines der Themen, mit denen sich das Gremium weiter intensiv beschäftige, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Den unabhängigen Experten gehe es bei den Daten um zwei Aspekte: ob die messbare Immunantwort im Labor nachlasse und ob trotz Impfung vermehrt Infektionen mit Erkrankung aufträten, erklärte Mertens. Laboruntersuchungen zu Antikörperspiegeln gebe es bereits, diese erlaubten aber nicht die direkte Schlussfolgerung, dass auch die Schutzwirkung beim Menschen nachlässt. Es gehe auch noch um die Frage, welche Gruppen eine Auffrischung bekommen könnten: ob zum Beispiel Immunsupprimierte, Alte oder alle.

Nachlassende Impfantwort war zu erwarten

Der Impfexperte Leif Sander von der Charité in Berlin erklärte auf dpa-Anfrage, er rechne damit, dass es zu einer Empfehlung zu Auffrischungen kommen werde. Er halte es für sinnvoll, dies Hochbetagten sowie Menschen mit besonderem Risiko „schon bald breitflächig“ zu empfehlen und anzubieten. Er hatte bereits vor mehreren Wochen gesagt, dass die nächste Phase beim Impfen angedacht werden müsse, auch in Anbetracht der zu erwartenden nachlassenden Immunantwort bei älteren Menschen.

Für Deutschland hält Sander Auffrischungsimpfungen zunächst vor allem bei den über 80-Jährigen für nötig: Diese seien besonders vulnerabel und schon zu Jahresbeginn geimpft worden. Das heiße, dass ein nachlassender Immunschutz sowie die Verbreitung der Delta-Variante bei einem Teil der Menschen zu erneuten Infektionen und eventuell zu Erkrankungen führen könnten. „Immunsupprimierte Personen könnten ebenfalls eine Auffrischungsimpfung erhalten“, teilte Sander mit.

Bisherige Impfstoffe wirken auch gegen neue Varianten

Aus Sicht des Charité-Wissenschaftlers ist es nicht nötig, Impfstoffe zu verwenden, die speziell an die neuen, als besorgniserregend eingestuften Varianten angepasst wurden: „Auch die bereits verfügbaren Impfstoffe bieten einen sehr guten Schutz und heben die Immunantwort nach einer Auffrischungsimpfung wahrscheinlich deutlich an.“

Zum Vorgehen Israels sagte Virologe Mertens, dass nichts dagegen spreche, wenn ein Staat aus Fürsorgepflicht solche Impfangebote mache – auch ohne Evidenz. Aufgabe der Stiko seien jedoch Empfehlungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Insofern warte man eine Datengrundlage ab.

Israel hatte angesichts steigender Infektionszahlen als erstes Land mitgeteilt, 60-Jährigen und älteren Jahrgängen eine dritte Impfung gegen das Coronavirus zu geben. Dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben, hieß es. Präsident Izchak Herzog (60) hat am Freitag als erster seine Auffrischungsimpfung erhalten.

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