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Was schützt uns vor Demenz?

Nicht jede Demenzerkrankung lässt sich verhindern. Doch schon kleine Dinge stärken das Gehirn und senken das Risiko für krankhafte Veränderungen.

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Was schützt uns vor Demenz?

© Nicht definiert

Düsseldorf (dpa/tmn). Alter und genetische Veranlagung: Auf diese Demenz-Risikofaktoren können wir leider keinen Einfluss nehmen. Auf andere hingegen schon. So gehen Fachleute laut der Alzheimer Forschung Initiative (AFI) davon aus, dass 45 Prozent aller Demenzerkrankungen weltweit auf veränderbare Risikofaktoren zurückgehen. 

Das bedeutet: Wer hier die richtigen Schrauben dreht, kann seine Gehirngesundheit stärken. Zu den veränderbaren Risikofaktoren zählen nach dem aktuellen Bericht der Lancet-Kommission aus dem Jahr 2024 unter anderem Übergewicht, hoher Alkoholkonsum und Typ-2-Diabetes. Es gibt aber auch einige weitere Punkte, an denen man ansetzen kann. Das zeigen drei Anti-Demenz-Strategien: 

1. Soziale Kontakte pflegen 

Das nette Gespräch am Gartenzaun oder der Kaffee mit der Enkelin: Sind wir mit anderen Menschen im Austausch, wird unser Gehirn ganz schön gefordert. Es muss Tonfall und Mimik erfassen, das Gesagte mit Erinnerungen abgleichen, eine Antwort formulieren. Das trainiert laut der AFI Konzentration, Gedächtnis, Sinne und Sprachvermögen. Regelmäßige soziale Kontakte wirken damit anregend auf das Gehirn. Umgekehrt ist soziale Isolation ein Risikofaktor für die Entstehung einer Demenz. 

Drei Tipps: 

  • Da fehlen Bekanntschaften? Dann kann man zunächst überlegen, was für Kontakte man sich wünscht – tiefe Gespräche, gemeinsame Erlebnisse, ein fester Termin der Woche? Daraus ergibt sich, wo man am besten nach neuen Menschen sucht.
  • Angebote vor Ort nutzen: Chor, VHS-Kurs oder Ehrenamt etwa sind ideal, um andere Menschen kennenzulernen.
  • Mut fassen und einfach auf andere zugehen: Oft sind Menschen offener für Bekanntschaften als man vorher dachte.

2. Hör- und Sehprobleme behandeln lassen 

Wer nicht gut sieht oder hört, verarbeitet weniger Reize. Betroffene neigen dazu, sich zurückzuziehen, etwa wenn es Ihnen schwerfällt, Gesprächen zu folgen – Stichwort: soziale Isolation. Bei Hörproblemen nimmt man weniger Umgebungsgeräusche wahr, die das Gehirn ebenfalls aktiv halten, so die AFI. Schlechtes Sehen hingegen kann dazu führen, dass Menschen sich nicht mehr selbstständig durch ihren Alltag bewegen – also nicht mehr den Busfahrplan lesen oder ihre Bankgeschäfte selbst erledigen. Dabei aktivieren auch Alltagsaufgaben wie diese das Gehirn. 

Drei Tipps: 

  • Regelmäßig zum Hörtest in die HNO-Praxis oder zu einem Hörakustiker gehen. Faustregel: ab einem Alter von 50 Jahren alle ein bis zwei Jahre.
  • Zum Sehtest geht man ab einem Alter von 60 Jahren am besten jährlich.
  • Hör- und Sehhilfen konsequent tragen. Brille rutscht, Hörgerät pfeift komisch? Dann ab zum Profi, um sie richtig einstellen zu lassen.

3. Bewegung ins Leben holen 

Spazieren, Yoga, Tanzen, Übungen mit kleinen Hanteln: Regelmäßige Bewegung im Alltag zahlt nicht nur auf Muskulatur und Ausdauer ein, sondern auch auf die Gesundheit des Gehirns. „Bewegung schützt das Gehirn wahrscheinlich nicht über einen einzigen Mechanismus. Sie wirkt an vielen Stellen gleichzeitig: auf Herz und Kreislauf, den Stoffwechsel, die Stimmung und die körperliche Leistungsfähigkeit“, so AFI-Expertin Anne Pfitzer-Bilsing.

Drei Tipps: 

  • Aktivitäten finden, die gut ins Leben passen und Spaß machen. Übrigens: Auch Gartenarbeit oder das Radeln zum Supermarkt zahlen aufs Bewegungskonto ein.
  • Kleine Ziele setzen: Das bringt schneller Erfolgserlebnisse – und die wiederum motivieren zum Dranbleiben.
  • Aus der Bewegungsroutine rausgefallen? Dann: Nicht stressen, sondern einfach wieder einsteigen. Es geht nicht darum, es perfekt zu machen, sondern immer wieder aufzustehen – wortwörtlich.

 

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