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Hausarzt wechseln: Darauf sollten Sie achten

Wer mit seinem Hausarzt nicht zufrieden ist, kann ihn meist problemlos wechseln. Es gibt allerdings Einschränkungen.

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Arzt zeigt älterer Patientin eine Medikamentenschachtel. Bild: IMAGO / Westend61 / Mareen Fischinger

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Berlin (dpa/tmn). Manchmal ist es an der Zeit, den Hausarzt zu tauschen. Ob der Grund dafür ein Umzug, Meinungsverschiedenheiten oder fehlende Sympathie ist, spielt keine Rolle. „In Deutschland hat jeder das Recht der freien Arztwahl“, sagt Roland Stahl, Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). „Das heißt, dass jeder den Arzt wechseln darf, unabhängig davon, ob er gesetzlich oder privat versichert ist.“ Eine Begründung dafür muss man nicht nennen.

Privatpatienten dürfen immer und ohne Kündigungsfrist wechseln. Gesetzlich Versicherte dürfen sich unter den niedergelassenen, an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Hausärzten auch jederzeit einen Arzt suchen, erklärt Anja Lehmann, juristische Beraterin bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Vereinbarung mit Krankenkasse?

Allerdings gibt es eine Einschränkung für gesetzlich krankenversicherte Patienten, die am Hausarztprogramm ihrer Krankenkasse teilnehmen – also an der sogenannten hausarztzentrierten Versorgung. Der Hausarzt oder die Hausärztin koordiniert hierbei die gesamte Behandlung und ist mit allen an der Behandlung beteiligten weiteren Leistungserbringern eng verzahnt.

„Für die Vertragslaufzeit muss der Patient deswegen immer zuerst diesen Hausarzt aufsuchen“, erklärt Lehmann. Die Dauer ist je nach Kasse unterschiedlich, sie beträgt laut Gesetz aber mindestens ein Jahr. „In diesem Zeitraum kann der Patient den Hausarzt nur wechseln, wenn ein wichtiger Grund wie ein Umzug des Versicherten oder der Arztpraxis vorliegt“, so die Expertin.

An die Patientenakte denken

Wichtig bei einem Arztwechsel ist, dass der neue Arzt alle notwendigen Informationen des Patienten bekommt. Deswegen sollte sich der Patient von seinem alten Arzt eine Kopie seiner vollständigen Patientenakte geben lassen. „Dazu ist der Arzt gesetzlich verpflichtet“, sagt UPD-Beraterin Lehmann. „Einen Anspruch auf die Originalakte hat der Patient allerdings nicht, da der Arzt die Akte zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung aufbewahren muss.“

Die Kopie dieser Akte dürfe der aushändigende Arzt seinem Patienten privat in Rechnung stellen, sagt Roland Stahl. Eine Alternative, die neben Geld womöglich auch Nerven spart: Gibt man sein Einverständnis, kann auch der neue Arzt oder die neue Ärztin die Akte anfordern.

Die neue Praxis finden

Ein Problem beim Wechsel der Hausarztpraxis ist, dass sich nicht immer gleich eine neue findet. „Viele sind so stark ausgelastet, dass sie keine neuen Patienten mehr annehmen“, sagt Lehmann. Vor allem in ländlichen Regionen sei das so.

Bei der Suche helfen oft, aber nicht immer Empfehlungen aus dem Freundeskreis. Im Internet bietet das Portal gesund.bund.de eine kostenlose Arztsuche nach Fachgebiet, Ort und Postleitzahl an. Auch die KBV hat unter arztsuche.116117.de so einen Service im Angebot.

Darüber hinaus gibt es kommerzielle Anbieter wie Doctolib, Jameda oder Samedi, auf denen man Ärzte suchen und auch gleich Termine dort buchen kann. Die KBV bietet mit dem eTerminservice ebenfalls so etwas an, aber nur für gesetzlich Krankenversicherte.

Eine gute Arztpraxis erkennen

Doch was macht eine gute Arztpraxis eigentlich aus? Klar, es gibt Punkte, die einem sofort einfallen: ein respektvoller Umgang, gute Erreichbarkeit und dass es im Notfall auch kurzfristig Termine gibt. Das sind aber nur drei von vielen Aspekten, die das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) in seiner Checkliste für das Erkennen guter Arztpraxen auflistet.

Ein ärgerliches Grundproblem sei der Informationsmangel über die angebotenen Leistungen und die Qualität niedergelassener Ärzte, sagt UPD-Beraterin Lehmann. Deswegen spielen die Zufriedenheitsbewertungen auf kommerziellen Portalen eine große Rolle. „Es gibt aber immer wieder Berichte über Manipulationen und dass beispielsweise bezahlte Einträge das dortige Ärzteranking beeinflussen“, sagt Lehmann. Auf Online-Bewertungen allein sollte man sich bei der Suche nach der neuen Hausarztpraxis also lieber nicht verlassen.

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