Ihre-Vorsorge Logo

Krebsrisiko: Ist es besser, zu vapen statt zu rauchen?

Rauch oder Dampf: Was weiß die Forschung über die Gesundheitsrisiken von E-Zigaretten? Warum der vollständige Verzicht laut einer Expertin der beste Weg bleibt.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

E-Zigarette und konventionelle Zigarette

© Nicht definiert

Heidelberg (dpa/tmn). Beim Rauchen wird Tabak verbrannt und eingeatmet, was bekanntlich viele gesundheitliche Risiken birgt. Unter anderem kann es Krebs verursachen. E-Zigaretten und Vapes hingegen erhitzen eine Flüssigkeit, ein sogenanntes Liquid. Statt Rauch inhaliert man Dampf. 

Eine geläufige Annahme lautet: Im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten sind E-Zigaretten weniger schädlich. Doch ist das wirklich so? Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum klärt im Interview auf, was über die Risiken von E-Zigaretten bekannt ist. 

Risiken von E-Zigaretten

Frau Schaller, wie unterscheidet sich das Krebsrisiko von E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten?

Katrin Schaller: Das kann man nicht genau sagen. Was ganz klar ist: Zigarettenrauch ist ein Giftcocktail, und da sind an die 100 Substanzen drin, die Krebs erzeugen oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. 

Das Aerosol von E-Zigaretten enthält auch Schadstoffe, aber deutlich weniger als Zigarettenrauch, was im Vergleich natürlich kein Kunststück ist. Da sind aber auch ein paar krebserregende Substanzen dabei. 

Momentan kann man nicht sagen, inwieweit diese Menge ausreicht, Krebs zu erzeugen. Es ist natürlich denkbar. In Tier- und Zellversuchen sieht man bereits, dass durch diese Substanzen im Körper etwas passiert, was die Basis für chronische Erkrankungen ist – und da gehört auch Krebs dazu. 

Aber es fehlen die Langzeitstudien, die klar sagen würden, ob ein Krebsrisiko besteht, wie hoch das ist und welche Krebsarten da betroffen wären.

Außerdem hängt die Menge der Schadstoffe im E-Zigaretten-Aerosol von verschiedenen Faktoren ab. Das kann sich von E-Zigarette zu E-Zigarette unterscheiden. Je nachdem, wie stark die das Liquid erhitzen, wie hoch die Leistungsfähigkeit ist, was in dem Liquid drin ist, wie der Nutzer das verwendet, wie stark man zum Beispiel dran zieht, ob das zu einer Überhitzung führt und so weiter.

Heißt das, ich kann durch die Art des Gebrauchs selbst mit steuern, wie schädlich die E-Zigarette ist?

Schaller: Man kann das ganz hervorragend steuern, indem man sie einfach nicht verwendet. Die Empfehlung ist ganz klar: Wenn man etwas für seine Gesundheit tun will, lässt man die Finger davon. 

Gerade junge Menschen und Nichtrauchende sollten gar nicht erst anfangen, weil ein sehr hohes Abhängigkeitsrisiko besteht. E-Zigaretten geben Nikotin inzwischen ähnlich effektiv ab wie herkömmliche Zigaretten. Da können gerade junge Menschen innerhalb sehr kurzer Zeit abhängig werden.

Hersteller suggerieren natürlich gerne, dass E-Zigaretten weniger schädlich sind als Tabakzigaretten. Es deutet auch vieles darauf hin. Aber beim Gebrauch von E-Zigaretten werden dennoch Schadstoffe inhaliert, die im Körper schädliche Prozesse in Gang setzen können. 

Es ist mit einem Gesundheitsrisiko zu rechnen. In erster Linie werden sehr wahrscheinlich die Lunge und das Herz-Kreislauf-System betroffen sein. Die Lunge ist der erste Kontakt mit dem Körper, weil ich da die Schadstoffe rein inhaliere. Und das Nikotin wirkt auf das Herz-Kreislauf-System und kann es belasten.

Viele versuchen auch, auf E-Zigaretten umzusteigen, wenn sie zuvor Tabak geraucht haben. Sehen Sie für diese Menschen gesundheitliche Vorteile?

Schaller: Wenn man raucht, ist die Empfehlung immer: Man sollte aufhören zu rauchen. Das ist das Einzige, was der Gesundheit sicher hilft. 

Wenn man das nicht kann oder nicht will und sagt, ich möchte aber gerne auf E-Zigaretten umsteigen, dann ist die klare Empfehlung: vollständig umsteigen, statt einen dualen Konsum zu fahren. Man sollte also nicht mal rauchen und mal eine E-Zigarette verwenden. Das liegt einfach daran: Solange ich rauche, ist schon eine Zigarette am Tag schädlich. 

Langfristig müsste das Ziel natürlich sein, auch von der E-Zigarette loszukommen, weil weiterhin eine gewisse Schadstoffbelastung besteht und man in der Abhängigkeit hängen bleibt.

Zur Person: Katrin Schaller ist Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Patienten sollen im Notfall besser durch das Gesundheitssystem gesteuert werden. Der Bundestag beschloss nach langen Debatten eine Notfallreform – und besserte dabei ein anderes Gesetz nach.

Time
3 Minuten

Sie liebäugeln mit E-Zigaretten, weil die als risikoärmere Alternative zu Zigaretten gelten? Was Fachleute dazu sagen – und warum sie davor warnen, ständig zwischen Dampfen und Rauchen zu wechseln.

Time
3 Minuten

Chemotherapie, Bestrahlung, OP sind geschafft. Doch damit ist das Kapitel Krebs für Betroffene meist nicht abgeschlossen. Wie eine Reha helfen kann – und was beim Antrag wichtig ist.

Time
4 Minuten

Millionen Menschen rauchen in Deutschland, das beschert dem Fiskus Jahr für Jahr Milliardeneinnahmen. Künftig möchte der Bund noch mehr Steuern kassieren. Das bringt die Tabaklobby auf die Palme.

Time
3 Minuten

Mit der Lieblingsmusik ablenken – das tun viele Menschen in unangenehmen Situationen gern. Auch wenn ein Pieks ansteht, könnte das von Nutzen sein, zeigen Tests.

Time
2 Minuten

Nicht jede Gedächtnislücke ist ein Grund zur Sorge. Wann sollte man aufmerksam werden und welche Rolle spielen Alltagsfaktoren?

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026