Ihre-Vorsorge Logo

Medizin: Warum Frauen anders behandelt werden müssen

Frauen sind anders als Männer, doch in der medizinischen Forschung und Gesundheitsversorgung wurde das lange kaum berücksichtigt. Gesundheitspolitikerinnen wollen das ändern. Es gibt zu viel tun.

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Ärztin im Gespräch mit Patientin. Bild: IMAGO / emil umdorf

© Nicht definiert

Bremen/Hannover (dpa/lni). Wie kann die medizinische Versorgung von Frauen verbessert werden? Das ist ein Thema der Gesundheitsministerkonferenz, die an diesem Mittwoch in Hannover beginnt. Hintergrund ist, dass Frauen bei Krankheiten teils andere, weniger bekannte Symptome als Männer zeigen. Auch Medikamente wirken mitunter anders. 

Bremens Senatorin für Gesundheit und Frauen, Claudia Bernhard (Linke), verweist darauf, dass diagnostische und therapeutische Verfahren meist auf männlichen Referenzwerten basieren, weil Frauen in der Forschung seltener berücksichtigt würden als Männer. “Das führt dazu, dass Symptome bei Frauen übersehen oder falsch interpretiert werden und eine adäquate Behandlung dann eventuell spät einsetzt”, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Unterschiede zeigen sich demnach besonders deutlich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bremen fordert deshalb gemeinsam mit anderen Bundesländern, die Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen stärker im Bereich der Forschung und Versorgung zu berücksichtigen. Ein Ziel ist, die Besonderheiten bei Frauen – etwa abweichende Symptome und Verläufe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – bekannter zu machen. 

“Man kann es nicht oft genug sagen – es herrscht immer noch ein Ungleichgewicht in der Diagnostik und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwischen den Geschlechtern”, so die Senatorin. “Ich erwarte durch einen gemeinsamen Beschluss Beachtung der Thematik im Bereich der medizinischen Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen”, sagte sie mit Blick auf die Konferenz. 

Die Gesundheitsministerinnen, -minister und -senatorinnen setzen sich demnach dafür ein, dass Erkenntnisse über die besonderen Symptome und Verläufe bei Frauen in die Aus-, Fort- und Weiterbildung des medizinischen Personals aufgenommen werden. “Sie unterstützen zudem die geschlechtersensible Ausrichtung von Forschung, Vorsorge und Behandlung”, berichtete Bernhard. 

Für die Zukunft zeigt sich die Senatorin zuversichtlich. “Es ist zu erwarten, dass sich die Versorgungssituation in den kommenden Jahren schrittweise verbessert.” Aber: “Eine umfassende Gleichberechtigung wird erst dann erreicht sein, wenn geschlechterspezifische Unterschiede systematisch in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung und Forschung berücksichtigt und umgesetzt werden.”

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
4 Minuten

Die schwarz-rote Koalition will das Gesundheitssystem reformieren - erst mit Ausgabenbremsen für stabile Beiträge 2027, dann mit weiteren Schritten. Was bedeutet da eine Wortmeldung des Kanzlers?

Time
5 Minuten

Wenn der Partner oder die Kollegin zusammenbricht, kommt es auf jede Sekunde an. Doch viele sind in Sachen Wiederbelebung unsicher. Welche Folgen das hat – und welche Hoffnung auf der Jugend ruht.

Time
3 Minuten

Luft anhalten, Kopfstand turnen, sich erschrecken lassen: Es gibt einiges, das Schluckauf in die Flucht schlagen soll. Experten erklären, wie das Hicksen entsteht, und was alle Tipps gemeinsam haben.

Time
2 Minuten

In Frankfurt treffen sich ab Mittwoch rund 1000 Altersmediziner und Altersforscher. Ein Thema des Kongresses ist die Suche nach dem ewigen Leben.

Time
2 Minuten

Lungenkrebs-Screening für Raucher, Früherkennung für Brust und Darm: Mehr als eine halbe Million Menschen erkrankt jährlich an Krebs. Was man tun kann und was sich für Versicherte geändert hat.

Time
4 Minuten

Die Krankenkasse kündigt eine Prüfung durch den Medizinischen Dienst an? Das kann Krankengeld und sogar den Job kosten. Was Arbeitnehmer wissen sollten.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026