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Mental Load: Warum „Alltagstrott“ besonders belastet

Abendessen planen vs. Steuererklärung: Was ist wohl anstrengender? Geht es um das Thema Mental Load, ziehen Paare manchmal unpassende Vergleiche. Eine Expertin erklärt, warum das nicht zielführend ist.

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Junge Frau in Jeanslatzhose füllt Wäsche in eine Waschmaschine.

© Nicht definiert

Remseck (dpa/tmn). Kinder wecken, Mahlzeiten vorbereiten, Termine im Blick behalten oder Wäsche organisieren: Viele Alltagsaufgaben wirken banal. Beim Thema Mental Load kommt es jedoch nicht darauf an, wie groß oder zeitaufwendig eine Aufgabe ist. 

Vielmehr geht es um die vielen kleinen Dinge, die jeden Tag wiederkehren. Erschöpfend sei insbesondere „der sogenannte Alltagstrott“, wie Laura Fröhlich als Autorin und Speakerin zum Thema Mental Load in ihrem aktuellen Newsletter schreibt. 

Alltägliche vs. gelegentliche Aufgaben 

Ganz allgemein beschreibt Mental Load die unsichtbare Denkarbeit hinter dem Alltag – also das Planen, Organisieren und Erinnern, damit im Familienleben alles funktioniert. Diese dauerhafte Verantwortung kostet nicht nur Zeit, sondern kann auch die Gesundheit belasten. Sie wirkt als permanenter Stressfaktor und steht unter anderem mit Erschöpfung, Schlafproblemen und psychischen Belastungen in Zusammenhang. 

Vor diesem Hintergrund greift ein häufiger Vergleich zu kurz, wie Fröhlich illustriert: Wenn ein Partner oder Elternteil darauf verweist, sich um die Steuererklärung zu kümmern, den Wlan-Router zu konfigurieren oder den Rasen zu mähen, sind das zwar wichtige Aufgaben. Sie fallen jedoch meist nur gelegentlich an – anders als die täglichen Routinen. 

Alltägliche und wiederkehrende Aufgaben haben Fröhlich zufolge einen besonders großen Einfluss auf den Mental Load. Studien zeigen, dass diese Form der unsichtbaren Alltagsorganisation zudem ungleich verteilt ist: Frauen tragen in vielen Haushalten den größten Anteil an dieser kognitiven Arbeit. 

„Kleinkram“ sichtbar machen 

Fröhlich rät deshalb, genauer hinzuschauen, welche Aufgaben regelmäßig bei einer Person liegen – und zu hinterfragen, ob diese Verteilung sinnvoll ist. Was oft als „Kleinkram“ gilt, müsse sichtbar werden. 

Eine gerechtere Aufteilung muss nicht ad hoc umgesetzt werden, oft können Familien aber im Alltag ansetzen: Kinder können zum Beispiel – je nach Alter – selbst ihren Wecker stellen. Auch Partnerinnen oder Partner können feste Aufgaben übernehmen. Zudem empfiehlt Fröhlich zu prüfen, welche Abläufe sich vereinfachen oder automatisieren lassen, etwa durch eine Futterstation für Haustiere oder regelmäßige Liefer-Abos. 

Hilfreich kann es auch sein, den eigenen „Alltagstrott“ systematisch zu erfassen – etwa mit Hilfe von Checklisten oder Aufgabenübersichten. Vorlagen finden sich vielfach im Internet. Sie machen sichtbar, welche Routinen tatsächlich anfallen, und erleichtern es, Verantwortung neu zu verteilen. 


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