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Neue Gesundheits-App startet

Impftermine, Vorsorge-Erinnerungen, Medikamentencheck - neue App soll Millionen Versicherten helfen

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Eine Gesundheitskarte mit Bild steckt in einer Computertastatur. photothek © Ute Grabowsky

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Berlin (dpa). Millionen Versicherte sollen ab diesem Montag ihre Gesundheitsdaten über eine neue Handy-App verwalten können. In der digitalen Akte «Vivy» können etwa Befunde, Laborwerte und Röntgenbilder gespeichert und mit dem behandelnden Arzt geteilt werden, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Mitteilung.

Dahinter stehen 13 gesetzliche und zwei private Krankenversicherungen mit 13,5 Millionen Versicherten. Das Angebot sei kostenlos. Die App soll an Impftermine und Vorsorgeuntersuchungen erinnern. Ein Medikamentencheck soll mögliche Wechselwirkungen anzeigen, nachdem man den Code auf der Packung oder dem Medikationsplan eingescannt hat.

"Vivy" soll Praxisalltag leichter machen

Auch Überweisungen, U-Hefte oder der Mutterpass könnten in der App gebündelt, Fitnesstracker mit ihr gekoppelt werden. "«Vivy» wird im Praxisalltag vieles einfacher machen, Doppeluntersuchungen vermeiden helfen und mehr Transparenz für Behandler und Patienten schaffen", sagte der Vorstandschef der beteiligten Kasse DAK-Gesundheit, Andreas Storm.

Die App sei das erste entsprechende Angebot in Deutschland für Millionen Menschen. Die an «Vivy» beteiligten Versicherungen wollen ihre Kunden ab diesem Montag informieren. An den Start gehen die Allianz Private Krankenversicherung und die Barmenia. Auf Seiten der gesetzlichen Kassen starten außer der DAK-Gesundheit die Innungskrankenkassen IKK classic, IKK Nord, IKK Südwest sowie mehrere Betriebskrankenkassen.

Nutzerdaten sind sicher

Die Daten der Nutzer seien sicher. Nur die Nutzer würden über deren Verwendung entscheiden, betonten die Verantwortlichen. Die Versicherer, der beteiligte IT-Dienstleister Bitmarck oder die Vivy GmbH hätten keinen Zugriff darauf.

Bei jeder Datenübertragung gebe es mehrstufige Sicherheitsprozesse und eine Verschlüsselung, für die nur der Versicherte den Schlüssel habe. Es sei als sichere Plattform zertifiziert und als Medizinprodukt zugelassen.

Bedarf mit einer Umfrage ermittelt

Zum Start haben die Unternehmen den möglichen Bedarf mit einer Umfrage ermittelt. Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger (69 Prozent) wissen laut der Forsa-Erhebung nicht, wann ihr nächster Impftermin ist. 43 Prozent kennen die für sie empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen nicht.

Jeder vierte Befragte hat bereits Mehrfachuntersuchungen erlebt, weil Ergebnisse aus anderen Praxen und Kliniken nicht vorlagen. Ein Fünftel der Deutschen wurde deshalb sogar mehrfach geröntgt. Jeder Dritte geht zwischen drei und zehn Mal im Jahr zum Facharzt, 44 Prozent gehen ebenso oft zum Hausarzt.

Daten werden zusammengeführt

Die Kassen preschen mit ihren Angeboten vor. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will, dass gesetzlich Versicherte spätestens ab 2021 generell auch per Handy und Tablet ihre Patientendaten einsehen können.

Eigene Angebote für elektronische Gesundheitsakten hatten bereits die AOK und die Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellt. TK-Chef Jens Baas sprach bei der Vorstellung von «TK-Safe» im April von einer "Revolution": Daten würden zu neuen hilfreichen Informationen zusammengeführt.

Positive Resonanz

Mittlerweile nutzten mehr als 30.000 Versicherte die digitale TK-Akten, wie Baas der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Wir befinden uns derzeit im erweiterten Testbetrieb, da man mit Patientendaten keine Schnellschüsse machen darf." Die Resonanz sei positiv, jeden Tag kämen 500 neue Nutzer hinzu. Die Testphase sei auf 100.000 Benutzer ausgelegt.

Die AOK will ihr Gesundheitsnetzwerk nach Pilotprojekten in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin bis Anfang 2019 in den anderen Ländern starten. Je nach regionalen Gegebenheiten soll es unterschiedliche Anwendungen geben.

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