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Neue Situationen überfordern? So lassen sich Ängste abbauen

Ob neuer Job oder auch nur verschobener Termin: Abweichungen vom Gewohnten sind für manche Menschen sehr belastend. Veränderungen komplett zu vermeiden, ist aber nicht ratsam. Was Betroffenen hilft.

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Neue Situationen überfordern? So lassen sich Ängste abbauen

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Bad Saulgau (dpa/tmn). Während sich manche Menschen nach Abwechslung und Neuem sehnen, fühlen sich andere durch Veränderungen eher gestresst und verunsichert. Nicht nur große Änderungen wie ein neuer Job oder ein Umzug, sondern auch kleine Abweichungen im Alltag - etwa ein verschobener Termin - können zur Herausforderung werden. 

Betroffene verspüren durch ungewohnte Situationen häufig eine starke innere Anspannung, sind gereizt, schlafen schlechter und können sich nicht gut konzentrieren. Normale Alltagsanforderungen wie Einkaufen oder Kochen können in solchen Situationen zu großen Hürden werden.

Wenn Sie sich in den Symptomen wiederfinden, sind Sie nicht allein. Es gibt verschiedene Gründe, warum Veränderungen für manche Menschen eine größere Belastung darstellen als für andere. “Das ist keineswegs ein Zeichen von Schwäche”, so der Psychiater Steffen Häfner.

Wer anfällig für die Überforderung mit Veränderung ist

So reagiere etwa sensibler auf Veränderungen, wer in der Vergangenheit oft Unsicherheiten, Instabilität und Kontrollverlust erlebt hat. Weitere Faktoren sind ein geringes Selbstvertrauen, fehlende soziale Unterstützung und wenn eine Veränderung nicht freiwillig, sondern erzwungen ist. 

Auch Vorerkrankungen spielen eine Rolle: “Besonders häufig beobachten wir diese Überforderung bei Menschen mit Angst- oder Zwangsstörung, Depressionen oder mit traumatischen Erfahrungen”, so Häfner. “Auch jene mit Hochsensibilität, ADHS oder der Autismus-Spektrum-Störung leiden oft stärker unter Abweichungen vom Gewohnten als andere”.

Komplette Vermeidung von Neuem führt zu Rückzug-Spirale

Betroffene reagierten oft mit sozialem Rückzug, um ihre Abläufe kontrollierbar zu halten und Ungewohntes zu vermeiden. Das verschaffe ihnen zwar kurzfristig Entlastung und Sicherheit, könne langfristig aber dazu führen, dass sie sich stark einschränken und wertvolle Chancen und Erfahrungen im Leben verpassen. 

“Häufig entsteht so ein Kreislauf: Die Symptome führen zu vermehrtem Rückzug, wodurch wiederum weniger positive Erfahrungen mit Veränderungen gemacht werden, was den Wunsch nach Vermeidung weiter verstärkt”, erklärt Häfner.

Wie man die Spirale durchbrechen kann

Um diese Spirale zu durchbrechen, braucht es kleine Erfolgserlebnisse: Betroffene sollten sich Veränderungen schrittweise annähern, um zu erleben, dass sie die Situation bewältigen können. 

Einfacher ist das Häfner zufolge, wenn man währenddessen in anderen Lebensbereichen feste Routinen beibehält, die Stabilität vermitteln. Etwa was Schlafenszeiten, Mahlzeiten oder regelmäßige Bewegung angeht. “Kontraproduktiv wird es hingegen, wenn Routinen dazu dienen, Neues komplett zu umgehen”, so der Arzt.

Wer den Umgang mit Neuem übt, sollte realistische Ansprüche an sich selbst stellen und genügend Zeit für Erholung einplanen. Auch soziale Unterstützung ist ratsam, etwa dass eine vertraute Person in einer ungewohnten Situation begleitet. Ängste und Überforderung sollten Betroffene frühzeitig ansprechen. Entspannungstechniken können helfen, sich bei Veränderungen sicherer zu fühlen. Bei hohem Leidensdruck kann auch eine psychotherapeutische Begleitung sinnvoll sein. 


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