Ihre-Vorsorge Logo

Pfusch mit Krebsmitteln

Hätten Zytostatika-Verträge den Bottroper Apotheker-Skandal verhindert?

Artikel vorlesen

Autor / Quelle

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Bad Homburg/Berlin (kjs). Der Fall des Apothekers Peter S. aus Bottrop sorgt bundesweit für Schlagzeilen. Die Staatsanwaltschaft Essen wirft ihm vor, Krebsmedikamente für rund 7.300 Patienten gepanscht zu haben. Insgesamt 62.000 Mal sollen zu wenig oder gar keine Wirkstoffe in den Zubereitungen enthalten gewesen sein. Dadurch wurden die Krankenkassen um etwa 56 Millionen Euro betrogen.  

In einem Online-Interview mit der Deutschen Apotheker-Zeitung (DAZ) macht die AOK-Expertin Dr. Sabine Richard keinen Hehl daraus, dass sie es für einen Fehler hält, dass die Große Koalition in der abgelaufenen Legislaturperiode dem Druck der Apothekerlobby nachgegeben und mit dem GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz die exklusiven Zytostatika-Verträge einzelner Krankenkassen verboten hat.

Qualitätsniveau gesunken

In der Diskussion um das Verbot hatte der AOK-Bundesverband in der Vergangenheit stets deutlich gemacht, dass die Regeln der AOK-Ausschreibungen ein höheres Qualitäts- und Versorgungsniveau bei Zytostatika-Zubereitungen sichern, als dies in der Regelversorgung der Fall ist. Die AOK-Expertin betont, dass man zwar Kriminalität in diesem Ausmaß durch keinen Vertrag der Welt hätte verhindern können. Allerdings hätten exklusive Verträge das Handeln des Bottroper Apothekers erschwert.  

In dem Interview mit der DAZ erläuterte Sabine Richard, dass der Apotheker keine Chance gehabt hätte, seine zubereiteten Krebsmedikamente in sechs Bundesländer zu verschicken, wenn es dort überall Ausschreibungen für Apotheken gegeben hätte. Zu den damaligen Lieferzeiten gab es in den Verträgen genaue Vorgaben. Das Bottroper Vorgehen sei ein Extremfall in einem intransparenten Umfeld mit hohen Margen.  

Versorgung ist in Verruf gekommen

Auf die Frage der Apothekerzeitung, ob die AOK für die Wiedereinführung der Exklusivverträge sei und im politischen Umfeld dafür werben würde, erklärte Sabine Richard, dass sich das neue Modell an den Einsparungen der alten Verträge messen lassen müsse. Ferner müsse bewiesen werden, ob es geeignet ist, die intransparente und in Verruf gekommene Versorgung zu verbessern.

Mehr Bewegung im Markt ist erforderlich

Das durch das Verbot der Exklusivverträge wegfallende Einsparpotential soll nunmehr durch Rabattverträge zwischen Krankenkassen und den pharmazeutischen Herstellern kompensieren. Die AOK hofft, dass etwas Bewegung in den Markt kommen wird, wenn sich immer mehr Firmen den Verträgen anschließen. Ähnliche Erfahrungen habe man auch damals mit den ersten Generika-Ausschreibungen gemacht.


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Gesund alt werden – wer will das nicht? Das Herz spielt dabei eine wichtige Rolle. Schon kleine Schritte tragen dazu bei, dass es besser arbeitet. Das Gute ist: Anfangen lohnt sich jederzeit.

Time
3 Minuten

Menschen mit Zöliakie müssen auf Gluten verzichten. Andere essen freiwillig keinen Weizen und Co., weil sie überzeugt sind: „Damit geht's mir besser.“ Ist da was dran? Nachgefragt beim Experten.

Time
2 Minuten

Buntes Herbstlaub ist schön anzusehen. Liegt es aber nass auf dem Gehweg, wird's gefährlich rutschig. Warum Ältere besonders gefährdet sind – und was sie tun können, um sich Stürze zu ersparen.

Time
3 Minuten

Wie lange braucht man Sonne, um genug Vitamin D zu speichern? Was sollte man essen, und wann sind Extra-Präparate sinnvoll, auch für die Stimmung? Antworten darauf – und wo man aufpassen sollte.

Time
3 Minuten

Hitzewallungen und Nachtschweiß sind lästige Menopause-Begleiter. Viele frei verkäufliche Mittel versprechen mehr Balance. Was sinnvoll sein kann – und was sich Frauen laut „Öko-Test“ sparen können.

Time
2 Minuten

Die Rentenversicherung übernimmt die Kosten einer bewilligten Kinderreha. Eltern können unter bestimmten Voraussetzungen mitkommen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026