Ihre-Vorsorge Logo

Private Krankenversicherung hält nichts vom „Einheitssystem“

Die Befürchtungen der privaten Krankenversicherer: Leistungskürzungen, Verlust von Vergleichsmaßstäben und ein nicht regulierter Schwarzmarkt.

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Gesundheitskarte der Krankenversicherung. Bild: IMAGO / Fotostand

© Nicht definiert

Gütersloh (dpa). Der Verband der Privaten Krankenversicherung hält nichts davon, alle Bürger nur noch gesetzlich zu versichern. „Gerade in Einheitssystemen, das zeigt sich im internationalen Vergleich, kommt es etwa zu langen Wartezeiten auf Arzttermine“, sagte Verbandsdirektor Florian Reuther der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag). In einem Einheitssystem könnten zudem jederzeit Leistungen gekürzt werden, weil es keinen Vergleichsmaßstab gebe. „Und es gibt einen nicht regulierten Schwarzmarkt. Auch das sehen wir zum Teil im europäischen Ausland.“

Studie: Duales System der Krankenversicherungen teuer und unsozial

Hintergrund ist eine am Montag veröffentlichte repräsentative Studie des Berliner Iges-Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Danach könnten jeder in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherte und sein Arbeitgeber zusammen im Schnitt 145 Euro pro Jahr sparen, wenn die finanziell leistungsstärkeren Privatversicherten in die gesetzliche Versicherung einbezogen würden. Laut Iges-Analyse verdienen Privatversicherte – demnach Gutverdiener, Beamte, einkommensstarke Selbstständige – durchschnittlich mindestens 56 Prozent mehr als gesetzlich Versicherte. Sie seien zudem tendenziell gesünder. In Europa leiste sich nur Deutschland ein duales System.

Die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken erklärte mit Blick auf die Studie: „Eine solidarische Gesellschaft ist besser und gerechter für alle – das gilt ganz besonders für den Schutz der Gesundheit in einer Bürgerversicherung für alle.“ Nicht nur wäre endlich Schluss mit der „Zweiklassen-Medizin“ in Deutschland, sagte sie. „Eine Bürgerversicherung könnte sogar Kosten sparen und damit günstige Beiträge für alle ermöglichen, die im Übrigen anders als bei den Privaten auch für ältere Versicherte stabil bleiben.“

Die GKV hatte 2019 rund eine Milliarde Euro Verlust gemacht. Den allgemeinen festen Beitrag von 14,6 Prozent und den variablen Zusatzbeitrag der Kassen teilen sich Arbeitgeber und -nehmer hälftig.

Weitere Informationen

www.bertelsmann-stiftung.de
Iges-Studie für Bertelsmann Stiftung

Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Traurig, gereizt, freudlos – nicht jede Verstimmung ist gleich eine Depression. Aber wenn sich Symptome häufen, kann das durchaus ein Hinweis sein. Gut, dass es Hilfe gibt.

Time
4 Minuten

Kopfschmerzen, Rücken, Erkältungsbeschwerden: ein rezeptfreies Schmerzmittel ist oft das erste Mittel der Wahl. Das heißt aber nicht, dass solche Medikamente harmlos sind.

Time
2 Minuten

Auch in der bevorstehenden Sammelsaison gilt: Nur sicher als essbar bestimmte Pilze dürfen auf dem Teller landen. Wo man Experten findet und was im Notfall zu tun ist.

Time
2 Minuten

Wer im Mitgliedsantrag falsche Vorversicherungszeiten angibt, kann auch nachträglich von der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen werden.

Time
2 Minuten

Auch kleine Zähnchen können Karies bekommen. Gut, wenn Zahnarzt oder Zahnärztin regelmäßig einen Blick in den Mund des Kindes wirft. Was Eltern über die Z-Untersuchungen wissen sollten.

Time
6 Minuten

Die Krankheit ist heimtückisch und laugt die Patienten aus, wenn sie chronisch wird. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026