Berlin (dpa/tmn). „Neu ist das alles nicht mehr.“ Als ihr Orthopäde diesen Satz sagt, wird Janine Berg-Peer klar: Ich bin alt. Doch Resignation liegt der 75-Jährigen nicht. Stattdessen beschließt die ehemalige Unternehmensberaterin, ihren letzten Lebensabschnitt offensiv anzugehen – und sich um alle Fragen des Alterns möglichst selbst zu kümmern. Doch es zeigt sich: Einfach ist das nicht.
Über ihre Erfahrung mit dem Versuch des selbstbestimmten Alterns hat Berg-Peer ein Buch geschrieben. Der Titel: „Wer früher plant, ist nicht gleich tot“. Im Interview spricht sie über widerspenstige Krankenkassen, heikle Gespräche mit den eigenen Kindern und die graue Wohnungsnot.
Sie stellen wahnsinnig viele Anträge, sehr viel wird abgelehnt, Sie müssen ständig Widerspruch einlegen und da richtig energisch gegen vorgehen. Das kann nicht jeder alte Mensch. Das hat mich wirklich wahnsinnig aufgeregt und geärgert – so sehr, dass ich in meinem Bekanntenkreis inzwischen Expertin für Widerspruch bei Kranken- und Pflegekasse bin.
Aber stattdessen gibt es oft nur diese albernen Versprechen „Verkauft bitte nie mein Haus, gebt mich nie in ein Heim“, das belastet die Kinder doch nur und ist selten durchzuhalten. Alt zu sein heißt ja nicht, dass man unvernünftig wird und nicht realistisch auf die Tatsachen gucken kann.
