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Sport mit Kniearthrose: Es ist mehr möglich als viele denken

Kniebeugen sind tabu, wenn das Gelenk von Arthrose betroffen ist? Ein Mythos! Ein Sportmediziner erklärt, warum Bewegung nun wichtig ist – und wie man sie richtig gestaltet.

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Knieschmerzen: Mann fasst sich ans Kniegelenk

© Nicht definiert

Gundelfingen (dpa/tmn). Wer ganz frisch die Diagnose Kniearthrose bekommt, hat womöglich den Gedanken: Jetzt muss ich das Gelenk schonen!

Dabei ist das Gegenteil von Füße hochlegen jetzt hilfreich – und zwar Bewegung. „Je besser das Knie trainiert ist, umso langsamer schreitet der Gelenkverschleiß fort“, so der Orthopäde Sven Ostermeier.

Kniebeugen: Richtig ausgeführt stärken sie das Gelenk

Was geht mit Kniearthrose, was nicht? Die Antwort auf diese Frage überrascht Betroffene mitunter. So sind Kniebeugen bei Gelenkverschleiß nicht tabu, sondern können sogar nützen.

Schließlich kräftigen Kniebeugen die vordere Oberschenkelmuskulatur und stabilisieren damit das Kniegelenk, wie der Sportmediziner erklärt. Plus: Die Mobilisation des Knies fördert die Knorpelernährung. 

Es kommt aber auf eine korrekte Ausführung an. Die Füße sollten parallel zueinander stehen, das Körpergewicht auf den Fersen lasten. So lässt sich vermeiden, dass die Knie nach innen wegknicken, was Gelenk und Knorpelflächen erheblich belastet. 

Auch eine Portion Vorsicht ist wichtig. Sticht und schmerzt es während der Übung im Knie, hört man besser damit auf. 

Sportarten mit schnellen Richtungswechseln sind tabu

Was gibt es in Sachen Sport noch zu beachten? Generell gilt: Plötzliche Beschleunigungen und Start-Stopp-Bewegungen haben Arthrose-Knie gar nicht gern. Von Sportarten mit vielen Richtungswechseln wie Squash, Fußball, Volleyball oder Badminton raten Experten daher ab. 

Besser eignen sich eher sanfte Bewegungsformen mit wenig Stoßbelastungen. Womöglich lässt sich das bewährte Training in diese Richtung anpassen – zwei Beispiele: 

  • Wer viel joggen war, findet in Nordic Walking eine knieschonende Alternative.
  • Wer regelmäßig in den Bergen wandern geht, wählt für den Weg zurück ins Tal fortan besser die Seilbahn. Beim Absteigen lastet schließlich ein Mehrfaches des Körpergewichts auf den Kniegelenken.

Fans des Radfahrens können bei dieser Sportart bleiben. „Bewältigen Sie steile Anstiege am besten in einem kleinen Gang“, rät Ostermeier. 

Auch Schwimmen zählt zu den empfehlenswerten Sportarten bei Arthrose. Am besten krault man durch das Becken oder zieht auf dem Rücken seine Bahnen. Beim Brustschwimmen kann die Scherbewegung der Beine dem Experten zufolge nämlich Knieschmerzen verstärken.

Sportpläne mit Arzt oder Ärztin besprechen

Schmerzen, Fitness, Verlauf der Erkrankung: All das bestimmt, welches Sportprogramm für Patientinnen und Patienten sinnvoll ist. Am besten spricht man daher seine Pläne einmal mit dem Facharzt oder der Fachärztin durch.

Zur Person: Prof. Sven Ostermeier ist leitender Orthopäde an der Gelenk-Klinik Gundelfingen.
 


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