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Wetterumschwung: Warum viele mit Beschwerden reagieren

Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme: Viele Menschen merken es körperlich, wenn sich das Wetter ändert. Was steckt dahinter?

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Älterer Mann sitzt erschöpft mit geschlossenen Augen vor seinem Notebook. Bild: IMAGO / Westend61 / NOVELLIMAGE

© Nicht definiert

Freiburg (dpa). Nach wochenlanger Kälte wird es in diesen Tagen in vielen Regionen deutlich wärmer. Doch der ersehnte Umschwung bringt nicht nur Frühlingsgefühle, sondern macht sich bei manchen auch eher unangenehm bemerkbar: Schwindel, Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen können Symptome dafür sein, dass der Körper mit den veränderten Umweltbedingungen erst einmal klarkommen muss.

„Wetterfühligkeit gibt es wirklich, das ist kein Mythos. Das Wetter beeinflusst viele von uns, wie es uns geht, das kann auch mit wissenschaftlichen Studien belegt werden“, erklärt Katrin Graw, die sich beim Deutschen Wetterdienst mit medizinisch-meteorologischer Forschung beschäftigt, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. 

Kein Mythos, sondern gut erforscht

„Die Studien haben gezeigt, dass bei bestimmten Wetterlagen bestimmte Beschwerden signifikant häufiger auftreten. Nicht nur Kopfschmerzen treten dann auf.“ Andere typische wetterbedingte Beschwerden seien Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Unruhe oder auch Schlafprobleme. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen oder Gelenkschmerzen könnten sich bei bestimmten Wetterbedingungen verstärken.

„Wie der Mensch auf das Wetter reagiert, hängt davon ab, wie der allgemeine Gesundheitszustand in dem Moment gerade ist“, betont Graw. Wenn der Körper sowieso schon belastet sei, könne dies verstärkt zu Wetterfühligkeit führen. Ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen seien besonders betroffen, auch Frauen etwas häufiger. 

In einer Befragung der Universität München und des Allensbach-Instituts zeigte sich, dass etwa jede zweite Person in Deutschland der Meinung ist, den Einfluss des Wetters auf die eigene Gesundheit zu spüren. 

Wenn die Warmfront drückt

Derzeit könnte sich das etwa in Form von Schwindel zeigen: „Das aktuelle Wetter derzeit kann Beschwerden bei wetterfühligen Menschen auslösen, dadurch, dass wir im Moment eine Warmfront haben, die sich Deutschland nähert“, meint Graw. 

Dabei änderten sich sehr viele Wetterfaktoren gleichzeitig: „Die Temperatur nimmt zu. Wir haben eine Änderung des Luftdrucks, weil sich das Tiefdruckgebiet nähert. Wir haben auch Änderungen des Windes, der Sonnenscheindauer und der Feuchte. Und all diese Parameter führen dazu, dass sich der Körper verstärkt anpassen muss an diese verschiedenen Änderungen. Das kann zum Beispiel bei Menschen mit niedrigem Blutdruck zu Schwindel führen oder zu Kreislaufproblemen.“

Gefahrenkarte für Wetterfühlige

Der Deutsche Wetterdienst bietet Betroffenen auf seiner Website Unterstützung: Auf Gefahrenkarten können sich Wetterfühlige tagesaktuell darüber informieren, in welchen Regionen Wetterlagen herrschen oder kommen, die für sie bestimmte Belastungen mit sich bringen können. So kann man als wetterbedingt Betroffener von rheumatischen Beschwerden etwa nachschauen, ob in den nächsten Tagen in Norddeutschland eine dafür relevante Wetterlage aufzieht.

Ansonsten empfiehlt Expertin Graw, sich viel dem Wetter auszusetzen – also sich an der frischen Luft zu bewegen, Fahrrad zu fahren oder Wechselduschen zu nehmen. „Dadurch kann man sich anpassen an das Wetter oder auch die Regulationsfähigkeit trainieren.“


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