Rente / 23.06.2020

Kopfprobleme bleiben Hauptursache für Erwerbsminderungsrente

Fast 42 Prozent der 161.500 Frauen und Männer, die 2019 vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden mussten, litten an einer psychischen Störung.

Bild zum Beitrag "Die häufigsten Ursachen von Erwerbsminderung". Das Bild zeigt eine Frau, die nach unten schaut und dabei die Finger an die Stirn legt.

Berlin/Bad Homburg (sth). Psychische Störungen waren im Jahr 2019 erneut mit weitem Abstand die häufigste Ursache für die Bewilligung einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. 67.321 Frauen und Männer mussten nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung wegen Burn-out, Depressionen, einer Suchterkrankung oder einer anderen psychischen Störung vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden. Das waren 41,7 Prozent aller neu Erwerbsgeminderten. Deutlich dahinter rangierten Krebserkrankungen mit rund 22.800 (14,1 Prozent) und orthopädische Erkrankungen mit rund 20.200 (12,5 Prozent) auf den Plätzen 2 und 3. 

Insbesondere bei Frauen sind den neuen Zahlen der Rentenversicherung zufolge psychische Störungen der Hauptgrund für eine Frührente. Etwa 39.400 weibliche Versicherte mussten im vergangenen Jahr wegen "Kopf-Problemen" ihren Beruf an den Nagel hängen. Damit erhielten 47,8 Prozent der Frauen, die neu eine Erwerbsminderungsrente zugesprochen bekamen, diese aus psychischen Gründen. Von den Männern war zwar "nur" gut jeder Dritte (35,3 Prozent) wegen der Psyche vorzeitig nicht mehr arbeitsfähig. Ein erheblich größerer Teil als bei den Frauen konnte aber wegen einer Suchterkrankung nicht mehr weiter arbeiten.

Krankheiten des Nervensystems (7,3 Prozent), zerebrovaskuläre Erkrankungen (4,5 Prozent) sowie Krankheiten des Verdauungs- und des Atmungssystems (jeweils knapp 3,5 Prozent) spielten als Gründe für Erwerbsminderung eine vergleichsweise kleine Rolle. Zu den zerebrovaskulären Erkrankungen zählt eine Gruppe von Erkrankungen, die die Blutgefäße des Gehirns betreffen. Insgesamt bekamen nach den Daten der Rentenversicherung im vergangenen Jahr etwa 161.500 ehemals Beschäftigte erstmals eine Erwerbsminderungsrente gezahlt – knapp 6.500 weniger als im Jahr zuvor.

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Pfad zu den Daten der Deutschen Rentenversicherung zu den Hauptursachen von Erwerbsminderungsrenten im Jahr 2019

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Autor

Stefan Thissen