Rente / 29.07.2019

Rentenversicherer müssen Negativzinsen zahlen

Zeitung: Rentenversicherung verlor 2018 mit ihren Einlagen bei Finanzdienstleistern rund 54 Millionen Euro.

Wandsafe geöffnet mit Geldscheinen darin. – Bild: shutterstock / Protasov AN

Frankfurt (sth). Negativzinsen belasten zunehmend auch deutsche Sozialversicherungen und staatliche Fonds. Allein die gesetzliche Rentenversicherung verlor dadurch im vergangenen Jahr nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) etwa 54,5 Millionen Euro. Das seien 0,018 Prozent der Rentenversicherungsausgaben gewesen, schreibt das Blatt. Da die Zinssituation sich nicht verbessert habe, rechne die Rentenversicherung auch 2019 mit einem ähnlichen Zinsergebnis, so die FAZ.

Der Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung verbuchte demnach negative Erträge von insgesamt mehr als neun Millionen Euro. Wegen der anhaltenden Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben viele Banken Negativzinsen für Geldkonten eingeführt. Leidtragende sind private Kunden und Unternehmen, aber auch der Staat. Denn die Rücklagen der Rentenversicherung und auch die Gelder von Staatsfonds liegen auf Bankkonten.

Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase werde es für die Sozialversicherungen „immer schwieriger, rechtskonforme Anlageprodukte mit einem angemessenen Ertrag zu erschließen“, zitiert die FAZ den Präsidenten des Bundesversicherungsamts, Frank Plate. Viele Träger würden sogar Geld durch Strafzinsen verlieren, die die Banken wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank auf hohe Einlagen kassieren.

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Autor

Stefan Thissen