Ihre-Vorsorge Logo

Vorzeitiger Rentenbeginn: Durchschnittlicher Abschlagsbetrag steigt weiter

Viele Arbeitnehmer akzeptieren freiwillig oder notgedrungen finanzielle Einbußen, um früher in Ruhestand gehen zu können. Warum die Abschlagsbeträge stetig steigen.

Artikel vorlesen

Autor / Quelle

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Rentnerpaar schaut ernst auf ein Notebook. Bild: IMAGO / Westend61 / imago stock&people

© Nicht definiert

München (tö). Um früher in Altersrente gehen zu können, nahmen in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Menschen Abschläge von ihrer Rente in Kauf – und das trotz deutlich steigender Abschläge. 2025 belief sich der durchschnittliche Abschlag für alle Frauen und Männer, die mit Abschlägen neu in Altersrente gegangen sind, bereits auf 162 Euro. Das zeigt die Statistik „Rentenversicherung in Zahlen“, die die Deutsche Rentenversicherung einmal im Jahr vorlegt. Zum Vergleich: 2015 betrug der durchschnittliche Abschlag für alle neu hinzu gekommenen Altersrentner und Altersrentnerinnen, die vorzeitig mit Abschlägen in den Ruhestand gingen, lediglich 80,13 Euro. 

Die Zahl der Männer und Frauen, die jedes Jahr neu in Altersrente geht, schwankt, hat unterm Strich wegen der demographischen Entwicklung in den vergangenen Jahren aber stetig zugenommen. Auch der Anteil der Neurentner, die Abschläge in Kauf nehmen, ist deutlich gestiegen. So ließen sich 2015 genau 23,1 Prozent der Frauen und Männer, die erstmals eine Altersrente bezogen, ihre Rente mit Abschlägen auszahlen. Die Anzahl der Abschlagsmonate belief sich im Durchschnitt auf mehr als 25, von der Bruttorente ging folglich ein Abschlag von durchschnittlich 7,6 Prozent ab. Gut ein Jahrzehnt später, 2025, gingen bereits 30,4 Prozent der neuen Altersrentner und Rentnerinnen mit einem Abschlag in den Ruhestand. Bei ihnen kamen bereits durchschnittlich 33,4 Abschlagsmonate zusammen, das ergibt einen Abschlagssatz von im Durchschnitt 10 Prozent.

Monatlicher Abschlag von 0,3 Prozent

Dass die Fallzahlen, die Zahl der Abschlagsmonate und damit die Höhe der Abschläge gestiegen ist, hängt mit der Einführung der Rente mit 67 zusammen. Seit 2012 wird das reguläre Rentenalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Für Versicherte des Geburtsjahrgangs 1961 beispielsweise, die in diesem Jahr 65 Jahre alt werden oder bereits geworden sind, liegt das reguläre Rentenalter bereits bei 66 Jahren und 6 Monaten. Wer vor Erreichen des regulären Rentenalters eine Altersrente für langjährige Versicherte mit mindestens 35 Versicherungsjahren in Anspruch nehmen möchte, muss aber für jeden Monat des vorgezogenen Rentenbeginns einen Abschlag von 0,3 Prozent von seiner Bruttorente akzeptieren.

Vor allem Frauen nehmen Abschläge in Kauf

Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen Frauen und Männern, vor allem, wenn man einen Blick in die (nicht mehr) neuen Bundesländer wirft. Dort ging 2025 unter den neuen Altersrentnerinnen fast jede Zweite (44,8 Prozent) mit Abschlägen vorzeitig in den Ruhestand, bei den Männer hingegen nur etwa jeder Dritte (32,2 Prozent). 

Deutlich Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es auch bei der Höhe der Abschläge. Beispiel alte Bundesländer: Dort belief sich 2025 für die Männer die Anzahl der Abschlagsmonate auf durchschnittlich rund 32 Abschlagsmonate. Heraus kommt bei einem Abschlag von somit 9,5 Prozent eine durchschnittliche Abschlagshöhe von immerhin 190 Euro bei einer Bruttorente von 1.766 Euro im Durchschnitt. Bei den Neurentnerinnen hingegen belief sich 2025 die durchschnittliche Altersrente auf 1186 Euro. Der durchschnittliche Abschlag betrug 134 Euro bei fast 34 Abschlagsmonaten und einem Abschlagssatz von 10,1 Prozent.

Abschläge durch vorzeitige Sonderzahlungen mindern

Mit durchschnittlich 64,7 Jahren sind rentenversicherte Beschäftigte und Selbstständige in Deutschland 2025 in Rente gegangen. Nicht nur die hier analysierte Statistik der deutschen Rentenversicherung zeigt aber, dass nach wie vor viele Arbeitnehmer – trotz der gestiegenen Einbußen durch Abschläge – entweder freiwillig vorzeitig in den Ruhestand gehen oder dies gezwungenermaßen tun, um etwa der Arbeitslosigkeit kurz vor dem Ruhestand zu entgehen. Wer es sich leisten kann, kann jedoch mögliche Rentenabschläge ab einem Alter von 50 Jahren durch Sonderzahlungen ganz oder teilweise ausgleichen. Außerdem nutzen mehr und mehr Frührentner die Möglichkeit, sich neben ihrer Rente Geld hinzuzuverdienen, ohne dass sie dies mit ihrer Rente verrechnen müssen. 


Weitere Artikel

Time
1 Minuten

Selbstständige haben viel um die Ohren. Trotzdem sollten sie sich rechtzeitig auch mit dem Thema Altersvorsorge befassen.

Time
3 Minuten

Der DGB hatte eine eigene Kommission zur Reform der Rente eingesetzt und Vorschläge präsentiert. DGB-Chefin Fahimi bekräftigte nun, wo für die Gewerkschaften rote Linien liegen.

Time
1 Minuten

Die Deutsche Rentenversicherung bietet kostenlose Online-Services für jede Lebenslage.

Time
3 Minuten

2025 entschieden sich fast zwei Drittel der neuen Altersrentner für einen vorgezogenen Ruhestand. Dies zeigen neue Zahlen der Rentenversicherung – woran das liegt.

Time
2 Minuten

Die schwarz-rote Koalition ringt um die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente. Eine Umfrage zeigt nun: In der Bevölkerung ist die Meinung eindeutig.

Time
2 Minuten

Die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern begrüßt ab 31. Oktober interessierte Besuchende an ihrem Messestand auf der Consumenta in Nürnberg.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026