München (tö). Trotz des gestiegenen Renteneintrittsalters geht die Mehrheit der Rentnerinnen und Rente vorzeitig und damit vor ihrem regulären Renteneintrittsalter in den Ruhestand. Dies geht aus dem Jahresbericht 2025 der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor. Demnach wählten 2025 nicht ganz zwei Drittel der Neurentner eine vorgezogene Rente. Besonders beliebt ist die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte nach 45 Beitragsjahren, über deren Abschaffung gerade in der Regierungskoalition diskutiert wird.
Rückgang bei Neurentnerinnen und Neurentnern
Laut der DRV-Statistik erhielten im vergangenen Jahr etwa 926.000 Personen erstmals eine Altersrente, das waren 11.200 weniger als im Jahr 2024. Der Rückgang ist dem Jahresbericht zufolge vor allem auf die Abnahme der Zugänge bei der Regelaltersrente zurückzuführen. Diese nahmen 356.388 Neurentnerinnen und Neurentner in Anspruch, das sind 5,8 Prozent oder etwa 22.000 weniger als im Vorjahr, das entspricht einem Anteil an allen neuen Altersrentnern in Höhe von lediglich 38,5 Prozent.
Als wesentlichen Grund dafür nannte die Rentenversicherung die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze: Während die Altersgrenze im Vorjahr für den Geburtsjahrgang 1958 lediglich um einen Monat angehoben wurde, stieg sie für den nun relevanten Jahrgang 1959 erstmals um zwei Monate auf 66 Jahre und zwei Monate. „Durch diesen zusätzlichen Monat erreichen statistisch gesehen weniger Personen im Kalenderjahr die Altersgrenze. Zudem gab es weniger Fälle in der Regelaltersrente, da viele Versicherte bereits in den Vorjahren vorzeitige Altersrenten in Anspruch genommen haben“, heißt es in dem Jahresbericht.
Am beliebtesten: Abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte
So bleibt mit einem Anteil von 28,3 Prozent aller Altersrentenzugänge 2025 die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte die am häufigsten beanspruchte vorgezogene Altersrentenart. Weitere 238.028 Menschen beziehungsweise ein Viertel der Neurentner und Neurentnerinnen entschieden sich für die Altersrente für langjährige Versicherte, die es ab mindestens 35 Versicherungsjahren mit frühestens 63 Jahren gibt. Bei einem vorzeitigen Start ist sie in der Regel mit dauerhaften Abschlägen verbunden, sondern diese nicht durch Sonderzahlungen in die Rentenversicherung ausgeglichen werden. Momentan kommen laut DRV immer stärker besetzte Geburtsjahrgänge der „Babyboomer-Generation“ in das Alter für einen Altersrentenbeginn. Dadurch steigen auch die Altersrenten für schwerbehinderte Menschen und für langjährig Versicherte im Zugang 2025 gegenüber 2024.
| Rentenzugänge nach Rentenarten | 2025 Anzahl | 2024 Anzahl | Veränderung % |
|---|---|---|---|
| Renten insgesamt | 1.497.777 | 1.510.993 | -0,9 |
| Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit | 175.978 | 171.732 | 2,5 |
| Renten wegen Alters insgesamt* | 925.865 | 937.107 | -1,2 |
| darunter Altersrente | |||
| ... für schwerbehinderte Menschen | 68.999 | 64.879 | 6,4 |
| ... für langjährig Versicherte | 238.028 | 225.120 | 5,7 |
| ... für besonders langjährig Versicherte | 262.361 | 268.751 | -2,4 |
| ... als Regelaltersrente | 356.388 | 378.243 | -5,8 |
| Renten wegen Todes | 395.934 | 402.154 | -1,5 |
| * In der Summe sind drei gering besetzte Altersrentenarten enthalten: Für langjährig unter Tage Beschäftigte, wegen Arbeitslosigkeit/Altersteilzeitarbeit und für Frauen. Quelle: Deutsche Rentenversicherung | |||
Obwohl viele Menschen lieber vorzeitig in Rente gehen, ist das Renteneintrittsalter weiter gestiegen. Betrug es im Jahr 2000 noch 62,3 Jahre, lag es 2025 bei 64,7 Jahren. Als Gründe nannte die Rentenversicherung die Anhebung der Altersgrenzen und das Auslaufen von zwei vorgezogenen Altersrentenarten. Früher konnte man teilweise schon mit 60 Jahren vorgezogen in Rente gehen, wie dies bei der Altersrente für Frauen oder bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit der Fall war.
