Rente / 01.12.2022

Rentenversicherungsbericht 2022 beschlossen

Nach Ansicht der Bundesregierung sind die meisten Rentenbeziehenden gut versorgt. Das zeige auch ein neuer Bericht zur Anhebung der Altersgrenze.

Hubertus Heil, SPD, Bundesarbeitsminister. – Bild: © Susi Knoll

Berlin/Frankfurt (bmas/sth). Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Rentenversicherungsbericht für 2022 beschlossen. Der jährlich erscheinende Bericht der Bundesregierung enthält Angaben zu Einnahmen und Ausgaben der Rentenversicherung und gibt einen Ausblick auf die erwartete Finanzentwicklung der nächsten 15 Jahre. „Die Rentenversicherung ist gut aufgestellt. Ich freue mich sehr, dass es uns – entgegen vieler Prognosen – gelungen ist, den Beitragssatz länger als erwartet stabil zu halten“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Es sei eine gute Nachricht, dass der Beitragssatz im kommenden Jahr nicht steige. "Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es uns gelungen ist, den Arbeitsmarkt auch in Krisenzeiten stabil zu halten“, so Heil.

Das Wichtigste aus dem Bericht im Überblick:

  • Für Ende 2022 wird eine Nachhaltigkeitsrücklage von 41,7 Milliarden Euro geschätzt. Damit steigt die Rücklage gegenüber dem Vorjahr um knapp 2,7 Milliarden Euro.
  • Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bleibt den Modellrechnungen zufolge bis 2026 stabil bei 18,6 Prozent. Im Jahr 2030 wird er voraussichtlich 20,2 Prozent betragen und im Jahr 2036 21,3 Prozent.
  • Das Rentenniveau liegt derzeit bei 48,1 Prozent und bleibt auch bis zum Jahr 2024 knapp oberhalb von 48 Prozent. Im Jahr 2025 greift die Haltelinie beim Sicherungsniveau und der aktuelle Rentenwert wird soweit angehoben, dass das Mindestsicherungsniveau in Höhe von 48 Prozent eingehalten wird. Bis 2036 sinkt das Rentenniveau auf 44,9 Prozent.
  • Die Rentenanpassung wird zum 1. Juli 2023 nach Modellrechnungen rund 3, 5 Prozent (West) und gut 4,2 Prozent (Ost) betragen. Bis zum Jahr 2036 steigen die Renten demnach um insgesamt knapp 43 Prozent. "Dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,6 Prozent pro Jahr", so die Bundesregierung.

Neuer Bericht zur Anhebung der Regelaltersgrenze

Aus dem ebenfalls vom Kabinett beschlossenen "Vierten Bericht zur Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre" geht nach Angaben der Bundesregierung hervor, dass die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen sich ausgesprochen dynamisch entwickle. Von 2000 bis 2021 sei die Erwerbstätigenquote der 60- bis 64-Jährigen von 20 Prozent auf rund 61 Prozent gestiegen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 60 bis 64 Jahren ist dem Bericht zufolge seit dem Jahr 2000 bis 2021 um knapp 2,2 Millionen auf 2,8 Millionen gestiegen. Mittlerweile sei "knapp die Hälfte der Menschen in dieser Altersgruppe sozialversicherungspflichtig beschäftigt", so das Bundesarbeitsministerium. 

Dem Bericht zufolge hält die Bundesregierung deshalb die im Jahr 2007 beschlossene Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre "weiterhin für notwendig und für vertretbar". Die schrittweise Anhebung der Altersgrenze bis zum Jahr 2031 gewährleiste "ausreichend Zeit, die Gestaltung der altersgerechten Arbeitswelt weiter voranzubringen", heißt es. Der langfristige Zeitraum schaffe zudem "Planungssicherheit und verhindert, dass Beschäftigte oder Unternehmen überfordert werden". Die soziale und wirtschaftliche Situation der älteren Beschäftigten habe sich weiter verbessert, so die Bundesregierung. Ein längeres Erwerbsleben sei für die Beschäftigten deshalb "eine Chance auf mehr Wohlstand und Teilhabe". 

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Autor

Stefan Thissen