Brüssel (dsv/sth). Der Anteil der Ausgaben für Renten in Deutschland wird im Jahr 2070 niedriger sein als im Jahr 2000. Das prognostiziert nach Angaben der Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung (DSV) in Brüssel der Rat “Wirtschaft und Finanzen” der Europäischen Union (ECOFIN) in einem jetzt vorgelegten Bericht. Gegenüber dem letzten Bericht aus dem Jahr 2021 sinken demnach die alterungsbedingten fiskalischen Risiken in der EU langfristig um einen halben Prozentpunkt, in Deutschland um einen Prozentpunkt. In Deutschland sei dieser Rückgang in erster Linie dem geringeren Anstieg der zukünftigen öffentlichen Alterssicherungsausgaben geschuldet, so das Brüsseler DSV-Büro.
Dem Bericht liegen die Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Amts der EU (Eurostat) zugrunde. Danach wird der Altenquotient, das heißt das Verhältnis der 65-Jährigen und Älteren zu den 20- bis 64-Jährigen, bis zum Jahr 2070 in der EU um 23 Prozentpunkte steigen. Für Deutschland wird ein Anstieg von 17,6 Prozentpunkte berechnet. Daraus resultiert laut dem EU-Bericht, dass in Deutschland der Anstieg der künftigen Ausgabenbelastungen für öffentliche Alterssicherungsausgaben gegenüber dem letzten Bericht deutlich langsamer verläuft.
So werde aktuell ein Anstieg der Alterssicherungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,2 Prozentpunkte von gegenwärtig 10,2 Prozent auf 11,4 Prozent im Jahr 2070 projiziert. Im vorangegangenen Bericht aus dem Jahr 2021 sei noch ein Anstieg auf 12,4 Prozent im Jahr 2070 berechnet worden, so die DSV. Laut der aktuellen Projektion würde “der Anteil der Alterssicherungsausgaben am BIP im Jahr 2070 unter dem Wert aus dem Jahr 2000 liegen”, heißt es. Damals betrug der Anteil der öffentlichen Alterssicherungsausgaben am BIP 11,8 Prozent.
