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Arbeitsmarkt für ältere Beschäftigte regional sehr unterschiedlich

Im Nord- und Südwesten Deutschlands sind rentennahe Arbeitnehmer selten arbeitslos, im Rhein-Ruhr-Gebiet und im Nordosten häufiger.

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Älterer Schreiner mit Schutzbrille arbeitet in seiner Werkstatt. Bild: IMAGO / Shotshop / Monkey Business 2

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Duisburg/Essen (sth). Die Aussichten für ältere Arbeitnehmer, bis zum Eintritt in die Rente durchgehend beschäftigt zu sein oder bei Bedarf eine neue Beschäftigung zu finden, sind in Deutschland regional sehr unterschiedlich. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten neuen „Altersübergangs-Report“ des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen hervor. Während die Arbeitsmarktregionen im Nordwesten und im Südwesten Deutschlands sowie in Teilen Ostdeutschlands „hohe Beschäftigungsquoten der Älteren“ aufwiesen, seien sie im Nordosten und im Westen niedriger. „Ursächlich hierfür können etwa das regionale Lohn- und Qualifikationsniveau sein“, schreiben die Studienautoren Susanne Drescher und Prof. Martin Brussig. 

Bemerkenswert sei, dass sich innerhalb der Gruppe der Älteren „nochmal deutliche Unterschiede in der Beschäftigung und Arbeitslosigkeit zeigen“, heißt es in der Studie. So wiesen besonders die 60- bis unter 65- Jährigen die niedrigsten Beschäftigungs- und höchsten Arbeitslosenquoten auf. Dagegen stelle sich bei den 55- bis unter 60-Jährigen die Arbeitsmarktsituation „in manchen Regionen im Vergleich zu den Jüngeren sogar besser“ dar. Ein hoher Anteil an Arbeitslosen in den Regionen sei zudem ein „Indiz für die Wirkung der verschlossenen Frühverrentungsmöglichkeiten“, die Älteren in der Vergangenheit „alternative Ausstiegsoptionen geboten“ hätten, heißt es weiter. Bis 1951 geborene Beschäftigte konnten noch über die „Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit“" in den Ruhestand treten. Diese ist für später geborene Arbeitnehmer nicht mehr zugänglich.

Jeweilige Beschäftigungssituation bei der Arbeitsmarktpolitik berücksichtigen

Pläne der Bundes- und Landesregierungen für die Arbeitsmarktpolitik sollten die Unterschiede bei der jeweiligen Beschäftigungssituation mitberücksichtigen, fordern die IAQ-Forschenden. Insbesondere der Vergleich mit der Situation der Jüngeren zeige, dass es zum Beispiel im Nordosten Deutschlands „Regionen gibt, in denen die Arbeitsmarktlage generell schwierig erscheint und mögliche Programme zur Verbesserung der Beschäftigung und Arbeitslosigkeit auf alle Personen im erwerbsfähigen Alter zielen sollten“, heißt es im Altersübergangsreport. Ein möglicher Ansatz zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation Älterer sei der „Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, um Arbeitsorte und ländliche Wohnorte zuverlässig miteinander zu verbinden“. Zudem biete das Home-Office „neue Möglichkeiten, Arbeitsangebot und -nachfrage über die einzelne Arbeitsmarktregion hinaus zusammenzuführen“. 

In ihrem neuen „Bericht zur Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre“ hatte die Bundesregierung vor drei Wochen eine überwiegend positive Entwicklung der Arbeitsmarktsituation für ältere Beschäftigte festgestellt. Die Gruppe der über 60-jährigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer „wächst seit Jahren dynamisch an“, stellte der Regierungsbericht fest. Dies habe demografische Gründe, aber auch die Erwerbsneigung älterer Menschen habe in den letzten Jahren stark zugenommen. Ursache dafür seien neben der seit 2012 schrittweise steigenden Altersgrenze der zunehmende Fachkräftebedarf, aber auch „ein kultureller Wandel in den Betrieben, der dazu führt, dass die Arbeitsleistung älterer Menschen heute weit mehr geschätzt wird, als dies früher der Fall war“, so die Bundesregierung.

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