Berlin (sth). Seit Jahren ist sie in der politischen Diskussion ein Aufregerthema: die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. In den Medien wird sie immer noch oft als “Rente mit 63” bezeichnet, obwohl man sie inzwischen erst ab einem Alter von etwa 64,5 Jahren in Anspruch nehmen kann. Der Grund für den anhaltenden Streit: Viele Ökonomen halten es für ein falsches Signal, dass die Rente nach mindestens 45 Versicherungsjahren trotz der wieder zunehmenden allgemeinen Lebenserwartung (noch) vor dem 65. Lebensjahr abschlagsfrei erhältlich ist. Im vergangenen Jahr nutzten aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zufolge knapp 269.000 Beschäftigte die Altersrente für besonders langjährig Versicherte als Tor in den Ruhestand.
Dennoch verliert dieser Zugangsweg in die Rente offenbar allmählich an Bedeutung. Zwar ist die Zahl neuer Altersrentnerinnen und -rentner, die sehr lange berufstätig waren, immer noch ähnlich hoch wie im Jahr 2021. Da inzwischen aber immer mehr Beschäftigte aus den sogenannten Babyboomer-Jahrgängen in die Rente wechseln, ist ihr Anteil an den neu gezahlten Altersrenten in den vergangenen Jahren schrittweise gesunken - von 31,3 Prozent im Jahr 2021 auf 28,7 Prozent im vergangenen Jahr.
Unterschiedliche Trends bei den Altersrenten
Umgekehrt hat sich zuletzt die andere Rentenart entwickelt, für die - bei gesunden Beschäftigten - viele Versicherungsjahre erforderlich sind. Um über die Altersrente für langjährig Versicherte in den Ruhestand treten zu können, sind mindestens 35 Versicherungsjahre erforderlich. Der Anteil neuer Rentnerinnen und Rentner, die auf diese Weise in die Rente wechselten, wuchs zwischen 2020 und 2024 laut DRV von 19,4 Prozent auf 24,0 Prozent. Auch bei der Zahl neuer Altersrentner, die diesen Zugangsweg zur Rente nutzen, geht es seit Jahren aufwärts: von 160.861 im Jahr 2020 bis auf 225.120 im vergangenen Jahr - ein Plus von fast 65.000 innerhalb von vier Jahren.
Wiederum anders entwickelt sich die Regelaltersrente, die Menschen zusteht, die nur wenige Versicherungsjahre auf dem Rentenkonto haben und erst ab der persönlichen Regelaltersgrenze - aber abschlagsfrei - in den Ruhestand treten können. Der Anteil neuer Altersrentner, die auf diese Weise aus dem Berufsleben ausschieden, ist seit Jahren rückläufig: von 43,3 Prozent im Jahr 2020 auf zuletzt nur noch 40,4 Prozent. Das deutet darauf hin, dass immer mehr rentenversicherte Beschäftigte langjährig berufstätig sind, während die Zahl der Hausfrauen und -männer stetig zurückgeht.
Ein Trend, der angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels und rückläufiger Zahlen bei den Berufsanfängern in der Rentenversicherung für Erleichterung sorgen dürfte.
