Ihre-Vorsorge Logo

Bis 2035 Rentenplus von im Schnitt 2,3 Prozent erwartet

Nach deutlichen Erhöhungen der Ruhestandsbezüge in den Jahren 2022 und 2023 wird es in den Folgejahren auch wieder Nullrunden geben.

Artikel vorlesen

Tags

Autor / Quelle

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Kuppel des Reichstagsgebäudes in Berlin abendlich beleuchtet mit deutscher Flagge im Vordergrund. Bild: IMAGO / Panthermedia

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Nach rekordverdächtigen Rentensteigerungen in den kommenden zwei Jahren um rund zehn Prozent müssen sich die Rentnerinnen und Rentner wieder auf Nullrunden einstellen. Gemäß gesetzlicher Mechanismen zur Stabilisierung werde es wieder zu solchen Nullrunden kommen, sagte Anja Piel vom Vorstand der Rentenversicherung am Mittwoch in Berlin. Angesichts der Kosten für das Rentenplus in zweistelliger Milliardenhöhe kamen aus der Wirtschaft Forderungen, die jüngere Generation nicht weiter zu belasten.

Der Wirtschaftsverband Die jungen Unternehmer bemängelte, der Faktor Arbeit drohe für die Unternehmen noch teurer zu werden. Der Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, Wolfgang Steiger, sagte der „Bild“-Zeitung: „Die angekündigte Rentenerhöhung um über zehn Prozent in den nächsten zwei Jahren ist geradezu grotesk.“ Piel, die im Vorstand der Rentenversicherung die Versicherten vertritt, wies die Kritik zurück. Die Rentenhöhe steige stets in „einer Wellenbewegung“, die über mehrere Jahre betrachtet werden müsse.

Prognose zur Rentenanpassung

Nach dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2021 wird nach derzeitigem Stand eine durchschnittliche Steigerungsrate von 2,3 Prozent bis 2035 erwartet. Insgesamt gehen die Schätzer nach aktueller Berechnung von einem Rentenplus von 37 Prozent bis dahin aus. Am Vortag war bekannt geworden, dass die Renten im kommenden Juli in Westdeutschland um 5,2 Prozent und im Osten um 5,9 Prozent steigen könnten. 2023 könnten die Bezüge im Westen um 4,9 Prozent und im Osten um 5,7 Prozent steigen. Die Schätzung ist aber vorläufig – Klarheit gibt es im März 2022. Piels Vorstandskollege Alexander Gunkel sagte, Abweichungen von einem Prozentpunkt seien möglich – „genauso wie es auch zu einer Punktlandung kommen kann“.

Grund für die erwartete Rentenerhöhung ist, dass nach dem Wirtschaftseinbruch durch Corona die Konjunktur wieder angezogen hat. So steigen 2021 die Durchschnittslöhne – unter anderem deshalb, weil wieder weniger Menschen in Kurzarbeit sind. Es gibt auch wieder mehr beitragspflichtige Beschäftigte – und gemäß dem sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor steigt die Rentenerhöhung, wenn es pro 100 Rentner mehr Beschäftigte als im Vorjahr gibt. Dämpfend wirkt sich dagegen die steigende Zahl der Rentner aus. Die beitragspflichtigen Einnahmen je Versicherten haben sich aber im Krisenjahr 2020 zugleich günstiger als die Löhne aller Arbeitnehmer entwickelt.

Rentenschätzer

Der Rentenschätzer hilft Ihnen zu schätzen, wie hoch Ihre spätere Rente in unterschiedlichen Szenarien ausfallen kann.

Finanzlage der Rentenversicherung

Für dieses Jahr werden die Einnahmen der Rentenkasse auf 341,1 Milliarden Euro geschätzt. Davon entfallen gut 76 Prozent auf Beiträge und 23 Prozent auf Bundeszuschüsse. Nimmt man alle Bundesmittel hinzu wie etwa für die Überführung von DDR-Versorgungssystemen beliefen sich die Ausgaben des Bundes aus dem entsprechenden Haushaltsplan auf rund 109 Milliarden Euro. Grob gerechnet werden die Kosten für die Rentenerhöhung 2022 auf rund 17 Milliarden Euro taxiert. In diesem Jahr werden die Ausgaben der Rentenkasse insgesamt auf 341,6 Milliarden Euro geschätzt – davon fast 87 Prozent für Renten und 7 Prozent für die Krankenversicherung der Rentner.

Langfristig kommen Piel zufolge mehr Rentner auf 100 Beitragszahler – denn die Babyboomerjahrgänge gehen in Rente. „Deshalb wird der Beitragssatz steigen müssen“, sagte sie. Bis 2023 soll es bei 18,6 Prozent bleiben. Bis 2035 soll er auf 22,3 Prozent steigen. Das Rentenniveau, das das Verhältnis von Renten zu Löhnen zeigt, beträgt derzeit 49,4 Prozent und soll bis 2025 auf 49,2 Prozent und bis 2035 den jetzigen Schätzungen zufolge auf 45,7 Prozent absinken. Vor dem Hintergrund des wachsenden Finanzdrucks auf die Rente plädierte Arbeitgebervertreter Gunkel dafür, einen vor wenigen Jahre gestrichenen Anpassungsmechanismus wieder in Kraft zu setzen. „Die Renten sollten nicht stärker steigen als die Löhne“, sagte Gunkel.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Der Besteuerungsanteil steigt stetig weiter. Woran das liegt und warum viele Rentner trotzdem keine Steuern zahlen müssen.

Time
2 Minuten

Die Spitzen von Union und SPD hatten sich im Sommer auf mehrere große Reformen verständigt, etwa bei der Rente. Wie schnell kann es nun damit vorangehen?

Time
2 Minuten

Wer früher in Rente gehen will, muss Abschläge in Kauf nehmen. Doch dagegen kann man etwas tun.

Time
2 Minuten

Rentenniveaugarantie, Mütterrente und Reformpakete: Warum die Pläne der Regierung für Milliardenrisiken sorgen und der Rechnungshof Alarm schlägt.

Time
2 Minuten

Viele Menschen werden zu Hause von Angehörigen gepflegt. Nicht selten treten diese dafür im Job kürzer. Unter Umständen kann aber die Pflege etwas für die Rente bringen.

Time
2 Minuten

Die Koalition steht vor wegweisenden Wochen. Werden Reformvorhaben unter Dach und Fach gebracht?

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026